New York: Gericht spricht Kevin Spacey vom Vorwurf der sexuellen Belästigung frei

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New YorkGericht spricht Kevin Spacey vom Vorwurf der sexuellen Belästigung frei

Hollywood-Star Kevin Spacey ist in einem Zivilprozess vom Vorwurf der sexuellen Belästigung freigesprochen worden. Ein Gericht in New York wies eine Schadenersatzforderung des Schauspielers Anthony Rapp zurück. 

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Kevin Spacey wurde am 20. Oktober 2022 in einem Zivilprozess vom Vorwurf der sexuellen Belästigung freigesprochen.

Kevin Spacey wurde am 20. Oktober 2022 in einem Zivilprozess vom Vorwurf der sexuellen Belästigung freigesprochen.

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Die Geschworenen in dem Zivilprozess in Manhattan glaubten den Vorwürfen Rapps nicht, Spacey habe ihn 1986 sexuell bedrängt, wodurch er seelische Schäden davongetragen habe.

Die Geschworenen in dem Zivilprozess in Manhattan glaubten den Vorwürfen Rapps nicht, Spacey habe ihn 1986 sexuell bedrängt, wodurch er seelische Schäden davongetragen habe.

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Rapp (rechts im Bild) war damals 14 Jahre alt, Spacey 26.

Rapp (rechts im Bild) war damals 14 Jahre alt, Spacey 26.

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Hollywood-Schauspieler Kevin Spacey ist in einem Zivilprozess vom Vorwurf der sexuellen Belästigung freigesprochen worden. Ein Geschworenengericht in New York urteilte am Donnerstag nach kurzen Beratungen, der Schauspieler Anthony Rapp (»Star Trek: Discovery») habe nicht nachweisen können, dass Spacey ihn vor mehr als 35 Jahren als 14-Jährigen an einem «sexuellen oder intimen Körperteil» berührt habe. Damit wurde Rapps Forderung von 40 Millionen Dollar Schadenersatz gegen den zweifachen Oscar-Preisträger zurückgewiesen.

Sexuelle Belästigung auf Party?

Der heute 50-jährige Rapp hatte dem aus Filmen wie «Die üblichen Verdächtigen» und «American Beauty» sowie der erfolgreichen Netflix-Serie «House of Cards» bekannten Spacey vorgeworfen, ihn 1986 bei einer Party in Manhattan sexuell belästigt zu haben. Demnach griff der damals 26-jährige Spacey ihm an den Hintern, hob ihn auf ein Bett und legte sich auf ihn.

Spacey hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Während des Zivilprozesses sagte der 63-Jährige, die Vorwürfe seien «nicht wahr».

Spacey entschuldigte sich – und nahm Entschuldigung zurück

Rapp hatte Ende Oktober 2017 und damit kurz nach Beginn der #MeToo-Bewegung seine Anschuldigungen gegen Spacey in einem Interview öffentlich gemacht. Spacey entschuldigte sich damals für «äußerst unangemessenes Verhalten in betrunkenem Zustand». Er könne sich an den Vorfall aber nicht erinnern.

Bei dem Prozess sagte Spacey zuletzt, er bereue, dass er sich auf Anraten seiner Agenten damals entschuldigt habe. «Ich habe eine Lektion gelernt», sagte er. «Entschuldige dich nie für etwas, das du nicht getan hast.»

Vom Star zum Geächteten

Rapp hatte 2020 eine Strafanzeige gegen Spacey wegen des Vorwurfs eines sexuellen Angriffs erstattet, die ein Richter aber verwarf. Der Schauspieler hatte daraufhin eine Zivilklage eingereicht.

Spacey war lange Zeit ein gefeierter Hollywood-Star, bis er aufgrund von Missbrauchsvorwürfen im Zuge der #MeToo-Bewegung schlagartig zum Geächteten wurde. Rapps Vorwürfe gegen Spacey sind nicht die einzigen Anschuldigungen gegen den 63-Jährigen. In Großbritannien werden Spacey vier Übergriffe gegen drei Männer in den Jahren 2005 bis 2013 zur Last gelegt. Im Juli plädierte Spacey vor einem Gericht in London auf nicht schuldig.

(dpa/kle)

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