Zwangsvollstreckung – Gerichtsvollzieher räumen pro Woche fünf Wohnungen
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ZwangsvollstreckungGerichtsvollzieher räumen pro Woche fünf Wohnungen

LUXEMBURG - Im Großherzogtum steigt die Zahl der Menschen, die ihre Miete nicht zahlen können. Irgendwann kommen die Gerichtsvollzieher ins Spiel

Immer mehr Luxemburger können ihre Miete nicht bezahlen.

Immer mehr Luxemburger können ihre Miete nicht bezahlen.

DPA

Jedes Jahr haben sie 750 Aufträge, in Luxemburg Wohnungen zu räumen. Die Gerichtsvollzieher im Großherzogtum haben alle Hände voll zu tun. Doch sie finden oft Wege, die Probleme zu bereinigen. «In sieben von zehn Fällen gibt es eine Lösung. Die Leute bedanken sich sogar teilweise bei uns», erklärt Carlos Calvo, seit 2005 Präsident der Kammer der Gerichtsvollzieher. «Von den 750 müssen wir nur in 250 Fällen tatsächlich eine Räumung durchführen.» Das sind fünf pro Woche.

Trotzdem hat sich die Zahl der Fälle zur Zwangsräumung von Wohnraum in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Das liege daran, dass die Mieten immer teuer werden. Weitere Gründe sind Schicksalsschläge wie Arbeitsplatzverlust, Scheidung oder Unfälle. «Die wenigsten wollen nicht bezahlen, die meisten können nicht», sagt Carlos Calvo. Die Zahl der Pfändungen von Eigentum bleibt jedoch stabil. Meistens gehe es um 5000 bis 7500 Fälle im Jahr. Zu einer Auktion komme es jedoch lediglich 50 bis 100 mal, da der zu erwartende Erlös aus diesen Versteigerungen oft nicht mit der Höhe der Schulden übereinstimmt.

Luxemburg hat 19 Gerichtsvollzieher. Damit siedelt sich das Großherzogtum im Durchschnitt zwschen Frankreich und Belgien an.

(pt/L'essentiel)

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