Kinder in Luxemburg – «Geschlecht sollte nicht im Vordergrund stehen»
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Kinder in Luxemburg«Geschlecht sollte nicht im Vordergrund stehen»

LUXEMBURG – Das Ministerium für Gleichstellung von Frauen und Männern hat eine Sensibilisierungskampagne gestartet, um Stereotype von klein auf zu bekämpfen.

«Jungen sind besser in Mathe. Mädchen sind besser in Sprachen. Mütter sollen Hausfrauen sein, Väter müssen hart arbeiten». Mit solchen Stereotypen werden Kinder in Luxemburg bereits in sehr jungen Jahren täglich konfrontiert.

Um diesen Vorurteilen von vornherein zu begegnen, startet das Ministerium für Gleichstellung von Frauen und Männern die Sensibilisierungskampagne «We are equal!». «Die Botschaft, die wir vermitteln wollen, ist, dass nicht das Geschlecht des Kindes im Vordergrund stehen sollte, sondern sein eigener Geschmack und seine eigenen Interessen. Die Botschaft ist, dass Kinder ihr Potenzial ausschöpfen dürfen», erklärt LSAP-Ministerin Taina Bofferding.

Die Kampagne setzt unter anderem auf Youtube und die sozialen Netzwerke. Außerdem wurde die Themenseite www.rockmega.lu ins Leben gerufen. Ein eigens für das Thema umgestalteter Van – der Mega-Jumper-Van – wird darüber hinaus im ganzen Land unterwegs sein, um junge Leute zu treffen und auf ihrem Weg zu bestärken.

Neben der Zusammenarbeit mit Schulen arbeitet das Ministerium auch mit der Uni zusammen, die derzeit Untersuchungen zu Geschlechterrollen und Stereotypen bei Kindern und Jugendlichen durchführt. «Diese Vorurteile wirken sich auf das zukünftige Leben dieser Kinder aus», erklärt Bofferding. «Im digitalen Sektor beispielsweise sind in Luxemburg nur 14,5 Prozent der Frauen vertreten». Im Rahmen des Internationalen Tages der Frauenrechte organisiert das Ministerium am Donnerstag mit Wide (Women in digital empowerment) einen Austausch zwischen Gymnasiasten in Belval und digitalen Fachleuten.

(Séverine Goffin/ L'essentiel)

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