Vor der Tripartite – Gewerkschaft will nicht am Index rütteln
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Vor der TripartiteGewerkschaft will nicht am Index rütteln

LUXEMBURG – Bei der Tripartite am 29. September werden Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften über den Index debattieren. OGBL-Präsident Reding will daran festhalten.

OGBL-Präsident setzt sich für die Interessen von Arbeitnehmern ein.

OGBL-Präsident setzt sich für die Interessen von Arbeitnehmern ein.

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Bei der nächsten Tripartite-Versammlung, die für den 29. September geplant ist, wird der Index einer der wichtigsten Tagespunkte sein. Für 2011 wurde bereits festgelegt, dass die Gehälter im Oktober an die steigenden Preise angepasst werden. Eigentlich sollte dies automatisch geschehen, wenn die Preise für Güter in einem bestimmten Maße teurer werden. In diesem Fall hätten die Arbeitnehmer im Land sich bereits im vergangenen Mai über ein höheres Gehalt auf ihrem Konto freuen können. Doch infolge der Krise hatten Regierung und Gewerkschaften vereinbart, dieses Mal den Termin eigenständig festzulegen und nach hinten geschoben.

Nach den Berechnungen des Statec dürfte die nächste Gehaltsanpassung im zweiten Quartal 2012 folgen. Doch ob auch hier die Politik wieder ihre Finger ins Spiel bringt, ist noch nicht klar. Dies soll am 29. September zwischen Gewerkschaften, Regierung und Arbeitgebervertretern besprochen werden. Für OGBL-Präsident Jean-Claude Reding ist aber bereits heute klar, dass am Prinzip Index nicht gerüttelt werden darf. Im Gespräch mit «L’essentiel» sagte er: «Die Kaufkraft muss unbedingt erhalten bleiben, indem der Index beibehalten wird. Der Mechanismus ist derzeit umso wichtiger, da tortz der Krise an den Finanzmärkten in diesem Sommer die Preissteigerung 2011 über drei Prozent liegen wird».

Krankenkasse soll mehr Leistungen übernehmen

Reding will den Arbeitgebern somit bereits im Vorfeld den Wind aus den Segeln nehmen und das Argument, die Krise an den Börsen in diesem Sommer habe sich auf ihr Geschäft ausgewirkt, nicht hinnehmen. Das Patronat fordert nämlich in Sachen Index Zugeständnisse von den Arbeitnehmern. Dennoch ist sich der OGBL-Präsident bewusst, dass die Sparmaßnahmen in Europa und die damit verbundene sinkende Nachfrage nach Waren sich auch auf Luxemburg auswirken. «Wir müssen bereits heute an die Konsequenzen denken und versuchen, diese einzudämmen», sagte Reding.

Zudem fordert der Arbeitnehmer-Vertreter, dass die Beschäftigten im Großherzogtum dafür entschädigt werden, dass sie infolge der Wirtschaftskrise mehr Lohnnebenkosten, wie die Krisensteuer und höhere Beiträge für die Krankenkasse, bezahlen müssen. Da die CNS im vergangenen Jahr einen hohen Überschuss erwirtschaftete, fordert Reding, dass bestimmte Leistungen, zum Beispiel für Zahnbehandlungen, umfangreicher erstattet werden.

L'essentiel Online/ks/pat

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