Ultimatum – Gewerkschaften drohen Tripartite platzen zu lassen

Publiziert

UltimatumGewerkschaften drohen Tripartite platzen zu lassen

LUXEMBURG - Die Gewerkschaften OGBL, LCGB und CGFP drohen damit, die Tripartite-Verhandlungen am Freitag platzen zu lassen, sollten die Unternehmer ihre Forderungen nicht zurückziehen.

Die Gewerkschaftsvertreter von LCGB, CGFP und OGBL haben am Dienstag den Unternehmervertretern ein Ultimatum gesetzt.

Die Gewerkschaftsvertreter von LCGB, CGFP und OGBL haben am Dienstag den Unternehmervertretern ein Ultimatum gesetzt.

Editpress

Vereint haben die drei Gewerkschaften OGBL, LCGB und CGFP am Dienstagnachmittag den Unternehmervertretern ein Ultimatum gesetzt.

Ziehen diese nicht bis Donnerstagmittag ihren Forderungskatalog für die Tripartiteverhandlungen zurück, wollen die Gewerkschaften das für Freitag geplante Treffen platzen lassen. Das verkündeten die drei Gewerkschaften am Dienstagnachmittag vor der Presse. Sie beriefen sich dabei auf ein internes Papier des Unternehmerverbands UEL, in dem diese Forderungen verschriftlicht worden sind.

54 Stunden pro Woche arbeiten

Bei einem ersten Dreiertreffen am 1. Dezember hatte der Unternehmerverband UEL unter anderem eine Lockerung des Arbeitsrechts und eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit gefordert. So soll die Wochenarbeitszeit auf maximal 54 statt der bisher 48 Stunden begrenzt werden.

Zudem fordern die Unternehmer, den Mindestlohn nicht mehr an die Lohnentwicklung anzupassen sowie krank gemeldete Arbeitnehmer, vor allem Grenzgänger, stärker zu kontrollieren. Die Gewerkschaften fordern die Unternehmer auf, diese drei Punkte bis Donnerstag um 14 Uhr zurückzuziehen.

Zu Index-Verhandlungen bereit

Zudem schlagen die Unternehmer eine Aufweichung oder Abschaffung des Indexsystems vor. Im Raum steht auch die Forderung, den Index für zwei Jahre außer Kraft zu setzen. Die Zeit sollte dazu genutzt werden, das Indexsystem zu überdenken und zu reformieren.

Die Gewerkschaften sind unter bestimmten Bedingungen bereit, über eine Anpassung des Indexsystems zu verhandeln. Sie sind einverstanden mit nur einer Indextranche pro Jahr, unter der Bedingung, dass die Anpassung an die Inflation ab 2014 wieder zum jetzigen System zurückkehrt.

Tripartite schon 2010 gescheitert

Die Tripartite war 2010 bereits gescheitert. Die Dreiergespräche waren durch Zweierrunden (Regierung mit Gewerkschaften sowie Regierung mit Unternehmervertretern) ersetzt worden. Die Geschichte könnte sich nun wiederholen.

In der vergangenen Woche hatten hinter verschlossenen Türen Einzelgespräche zwischen Gewerkschaften und Unternehmern mit Premierminister Jean-Claude Juncker stattgefunden.

sb/L'essentiel Online mit Pa.T

Warum verhandeln die Gewerkschaften nicht bei der Tripartite?

«Wir sind es leid, unnötig Zeit bei den Gesprächen zu verlieren und Kompromisse zu suchen, wenn die Unternehmervertreter lediglich ihre Maximalforderungen auf den Tisch legen. Die Gewerkschaften haben sich kompromissbereit gezeigt, zum Beispiel beim Index.» So erklärt Jean-Claude Reding, OGBL-Vorsitzender, das Vorgehen der Gewerkschaften, der UEL ein Ultimatum zu setzen.

Deine Meinung