Cargolux-Tarifstreit – Gewerkschaften gehen weiter aufeinander los
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Cargolux-TarifstreitGewerkschaften gehen weiter aufeinander los

LUXEMBURG - Während die nächste Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt bei Cargolux naht, kriegen sich die Gewerkschaften mal wieder gegenseitig in die Wolle.

Die Gewerkschaften der Cargolux-Mitarbeiter kommen bislang nicht auf einen Nenner.

Die Gewerkschaften der Cargolux-Mitarbeiter kommen bislang nicht auf einen Nenner.

DPA

Im Juli hatten die Gewerkschaft LCGB und die Pilotenvereinigung ALPL für einen Warnstreik bei Cargolux gesorgt. Dabei legten verschiedene Cockpit-Crews «im Namen der Sicherheit» ihre Arbeit nieder. Die Aktion kostete das Frachtflugunternehmen satte zwei Millionen Dollar.

Am Donnerstag ging der Schlagabtausch zwischen den Gewerkschaften in eine weitere Runde. Der LCGB erklärte, man habe bereits neue Vorschläge für den Kollektivvertrag eingebracht, die am Mittwoch hätten unterschrieben werden sollen. Diese Vorschläge würden Cargolux neun Millionen Dollar einsparen, heißt es von LCGB-Generalsekretär Aloyse Kapweiler. «Falsch», sagt sein OGBL-Pendant Hubert Hollerich. Erstens sei am Mittwoch ein solcher Vorschlag nicht eingegangen, zweitens seien diese neun Millionen das Ergebnis einer Rechnung, die sich bereits vor Monaten als falsch herausgestellt habe.

Die Spannungen zwischen den beiden Gewerkschaften bleiben also bestehen – und spalten damit auch die Belegschaft. Das Bodenpersonal von Cargolux, das hauptsächlich durch den OGBL vertreten wird, habe die Streik-Aktion des Flugpersonals unter LCGB-Führung noch nicht verdaut. Das nächste Treffen zu Verhandlungen über den Tarifvertrag findet am 11. November statt. Bevor der aktuell gültige Vertrag am 1. Dezember abläuft, sollten sich vor allem die Sozialvertreter über ihre Marschroute einig werden.

(Patrick Théry/L'essentiel)

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