Luxair – Gewerkschaften und Direktion im Krieg

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LuxairGewerkschaften und Direktion im Krieg

LUXEMBURG - Die Verhandlungen um einen Kollektivvertrag bei Luxair sind laut Gewerkschaften «gescheitert». Nun muss ein Schlichter eingreifen.

Luxair beschäftigt 2'400 Beschäftigte in Luxemburg (Stand Anfang 2012).

Luxair beschäftigt 2'400 Beschäftigte in Luxemburg (Stand Anfang 2012).

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Die Gewerkschaften fühlen sich bei den Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag bei Luxair von der Direktion der Fluggesellschaft «erpresst». Daher haben OGBL, LCGB und NDL-SNEP die Verhandlungen am Donnerstag für gescheitert erklärt und nach eigenen Angaben das Schlichtungsamt darüber informiert. Dieser Schritt bedeutet die letzte Chance auf eine Einigung, um die Blockade aufzulösen.

Die Gewerkschaften sind unzufrieden, weil nach ihren Angaben die Verhandlungen seit der überraschenden Aufkündigung der bestehenden Tarifverträge Ende Oktober 2012 von der Direktion hinausgezögert worden seien. Zudem habe Luxair Forderungen gestellt, die «drakonische Maßnahmen vorsehen, was die Arbeits- und Lohnbedingungen anbelangt», heißt es in einem gemeinsamen Schreiben von OGBL, LCGB und NGL-SNEP. «Es ist wirklich schlimm, denn wir fragen uns, ob die Dirketion überhaupt verhandeln will oder darauf hofft, dass kein neuer Vertrag zustande kommt», erklärt Aloyse Kappweiler vom LCGB gegenüber «L'essentiel Online». Die Situation sei ähnlich verfahren wie auch bei anderen Großunternehmen wie ArcelorMittal oder im Bausektor, so der Gewerkschafter.

Strenger Sparkurs bei Luxair

Luxair sieht die Sache anders: «Die Direktion würde gern weiterverhandeln und steht zum Luxemburger Sozialmodell», erklärt Luxair-Sprecher Asko Schröder gegenüber «L'essentiel Online». Die Forderungen der Direktion entsprächen zwar der wirtschaftlich schwierigen Situation der Gruppe, «gehören aber auf den Verhandlungstisch». Laut Schröder hatte die Direktion zahlreiche Termine vorgeschlagen. Und wie ist dann die fast sechsmonatige Funkstille zu erklären? «Wir mussten auf die Fertigstellung unserer Strategie für die Zukunft warten», die Mitte März vorgestellt worden war.

Seit der Aufkündigung des Kollektivvertrags für die 2'400 Mitarbeiter ist die Stimmung zwischen Luxair und Gewerkschaften angespannt. Laut Luxair sollte die Kündigung damals eine Frist setzen, innerhalb eines Jahres zu einem neuen Kollektivvertrag zu kommen.

Die Situation bei der Fluggesellschaft ist alles andere als rosig: Luxair macht Millionen-Verluste und hat sich einen streng Sparkurs verordnet. Ab 2015 sollen pro Jahr 25 Millionen Euro gespart werden, davon 19 Millionen beim Personal. Entlassungen sind nicht vorgesehen.

(L'essentiel Online)

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