Brisante Gerüchte – Gibt Tsipras der EU nach, droht ihm das Liebes-Aus
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Brisante GerüchteGibt Tsipras der EU nach, droht ihm das Liebes-Aus

Bringt ein Sondergipfel Klarheit in die griechische Schuldenkrise? Auf jeden Fall steht für Ministerpräsident Alexis Tsipras viel auf dem Spiel – auch privat.

Wie stark ist der Einfluss von Betty Baziana auf Alexis Tsipras? (Bild: Dukas/ndp Photo Agency)

Wie stark ist der Einfluss von Betty Baziana auf Alexis Tsipras? (Bild: Dukas/ndp Photo Agency)

Griechenland steht ohne eine Einigung am Montag vor der Pleite – und möglicherweise auch die private Beziehung von Ministerpräsident Alexis Tsipras. Ausgerechnet der französische Präsident, der mit seinen Frauengeschichten bereits mehrfach Schlagzeilen machte, soll aus dem Nähkästchen geplaudert haben: Tsipras habe ihn informiert, dass sich seine langjährige Lebensgefährtin von ihm trennen wolle, sollte er den Forderungen der Troika – der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds – zu sehr nachgeben. Das verriet François Hollande der für gewöhnlich gut unterrichteten französischen Satire- und Enthüllungszeitung Le Canard Enchainé. Denn Peristera «Betty» Baziana «ist eine Hardlinerin und steht viel weiter links als Tsipras».

Tatsächlich gilt Baziana als die Frau, die Tsipras vor rund 30 Jahren, noch in der gemeinsamen Schulzeit, für die linke Politik begeistern konnte.

Der Unternehmersohn und die Jungkommunistin

Der junge Bauunternehmersohn Tsipras hatte sich damals mehr für Volley- und Fußball interessiert und war vor allem wegen seiner Ähnlichkeit mit Elvis angeschwärmt worden. Eine Sportverletzung und die Liebe zur Jungkommunistin Baziana (daher ihr Spitzname «rote Betty») führten dazu, dass er sich in den 90ern zum im ganzen Land bekannten Studentenführer aufschwang und schnell an die Spitze der Partei der ehemaligen «Eurokommunisten» aufstieg.

Baziana stand ihm dabei zur Seite – meist hinter den Kulissen. Denn die studierte Computeringenieurin verabscheut den Medienrummel und weist aufdringliche Fotografen auch gern mal lautstark in die Schranken: «Sie haben einen unanständigen Beruf», soll sie einen Paparazzo zusammengestaucht haben.

Gutenachtgeschichten für die Söhne

Während Tsipras' Vorgänger dem Luxusleben frönte, lebt das Paar bescheiden: Es ist nie in die pompöse Villa Maximos eingezogen, sondern lebt mit den beiden Söhnen Phoebus (5) und Orpheus (3) nach wie vor in einem einfachen Mehrfamilienhaus. Es zieht Abendessen mit Freunden im eigenen Esszimmer stylischen Restaurantbesuchen vor oder teilt trotz Regierungsmandat die familiären Aufgaben: Tspiras, so heißt es etwa, versuche jeden Abend und trotz aller Staatsgeschäfte, früh zu Hause zu sein, um seinen Kindern eine Gutenachtgeschichte vorzulesen.

Diese Bescheidenheit kommt gut an in einem Staat, der über Jahrzehnte von verschwenderischen und korrupten Ministern und ihrer Klientelpolitik heruntergewirtschaftet wurde. Ob die Beziehung des griechischen Ministerpräsidenten und der prinzipientreuen First Lady indes so stabil ist, wie die beiden es gegen außen vormachen, wird sich zeigen. Geht es nach Hollande, eventuell bereits in den kommenden Tagen.

(L'essentiel/gux)

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