Erdogan trifft Putin: Gibts jetzt Drohnen für Putin und eine Offensive für Erdogan?

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Erdogan trifft PutinGibts jetzt Drohnen für Putin und eine Offensive für Erdogan?

Das Treffen der Präsidenten Putin und Erdogan wird nicht nur in Kiew gespannt verfolgt: Russland zeigt Interesse an den Bayraktar Kampfdrohnen, welche die Türkei auch der Ukraine liefert. Für einen möglichen Deal will das Nato-Land grünes Licht für eine Offensive. 

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan reist am Freitag zu einem Gespräch mit Kreml-Chef Wladimir Putin nach Russland. Hier begrüßen sie sich am 19. Juli bei ihrem letzten Treffen in Teheran.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan reist am Freitag zu einem Gespräch mit Kreml-Chef Wladimir Putin nach Russland. Hier begrüßen sie sich am 19. Juli bei ihrem letzten Treffen in Teheran.

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Neben dem Krieg in der Ukraine dürften auch die türkischen Pläne für eine neue Offensive gegen Kurden in Syrien besprochen werden.

Neben dem Krieg in der Ukraine dürften auch die türkischen Pläne für eine neue Offensive gegen Kurden in Syrien besprochen werden.

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Davon hatten Moskau zusammen mit Teheran zuletzt deutlich abgeraten.

Davon hatten Moskau zusammen mit Teheran zuletzt deutlich abgeraten.

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Darum gehts

  • Der türkische Präsident Erdogan reist am Freitag zu einem Gespräch mit Kreml-Chef Wladimir Putin nach Russland.

  • Es ist das zweite Treffen der beiden Staatschefs seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar.

  • Erdogan hat sich schon mehrfach als Vermittler zwischen Moskau und Kiew angeboten. Dieses Mal aber geht es um Eigeninteressen: grünes Licht für eine Offensive gegen die Kurden Syriens – womöglich gegen einen Drohnendeal.

Soll die Türkei die Bayraktar-Drohne an Russland verkaufen?

Da tut sich etwas: Innerhalb weniger Wochen kommen der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan erneut zusammen. Erdogan ist am Freitag in den russischen Badeort Sotschi gereist. Das Treffen mit Putin soll gegen 14 Uhr MESZ (13 Uhr MEZ) beginnen.

Es werde um aktuelle globale und regionale Fragen gehen, hiess es aus Ankara. Neben dem Krieg in der Ukraine dürften auch die türkischen Pläne für eine neue Offensive gegen Kurden in Syrien besprochen werden. Davon hatten Moskau zusammen mit Teheran zuletzt deutlich abgeraten. 

Was ist das Gegengeschäft? 

Mit einer neuen Offensive in Syrien droht der türkische Präsident bereits länger. Mitte Juli waren Russland, Iran und die Türkei – alle Akteure im syrischen Bürgerkrieg – zu einem Dreier-Gipfel in Teheran zusammengekommen. Jetzt reise Erdogan nach Russland, «weil er bei dem letzten Treffen im Iran nicht das bekommen hat, was er wollte» – nämlich ein Einverständnis für eine weitere Offensive in Syrien, so Hüseyin Bagci, Vorsitzender des türkischen Foreign-Policy-Instituts zur DPA.

Was Erdogan Putin im Gegenzug für grünes Licht in Syrien anbietet, liegt auf der Hand. Zumindest stehen Moskau zufolge auch mögliche Drohnenverkäufe des Nato-Mitglieds Türkei an Russland auf der Tagesordnung des Treffens in Sotschi.

Von türkischen Quellen wurde das vorerst nicht bestätigt. Erdogan hatte allerdings schon kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges Waffengeschäfte mit Russland nicht ausgeschlossen.

Bayraktar-Drohnen und ein Angebot

Dabei ist Russland vor allem an der im Krieg auch von Kiew erfolgreich eingesetzten türkischen Kampfdrohne Bayraktar TB2 interessiert. Putin habe vorgeschlagen, zusammen mit der Türkei an den Drohnen des Unternehmens Baykar zu arbeiten, sagte Erdogan laut «CNN Türk».

Eine entsprechende Fabrik könne in den Vereinigten Arabischen Emiraten gegründet werden. Das hätten die Emirate angeboten, so Erdogan. Dagegen hatte der Vorsitzende von «Baykar», Haluk Bayraktar, Mitte Juli dem Sender CNN International gesagt, man habe Russland keine Drohnen geliefert und werde das «nie tun», denn: «Wir unterstützen die Ukraine».

Moskau erhielte Zugriff auf Nato-Technik

Pikant: Sollte Russland die Drohnen gemeinsam mit der Türkei entwickeln, bekäme Moskau damit auch Zugriff auf die Technik eines Nato-Mitgliedstaates. Es sei damit gut möglich, dass der türkische Präsident hier ansetze, um eines seiner Hauptanliegen, die Syrien-Offensive, durchzusetzen, so Beobachter.

Die türkische Kampfdrohne Bayraktar TB2 gilt als Exportschlager. Die Drohnen kamen schon in mehreren Konflikten zum Einsatz, etwa auf der Seite Aserbaidschans im Konflikt mit Armenien um die Region Berg-Karabach.

Türkei ist nicht nur Vermittlerin 

Die Waffengeschäfte mit Russland haben der Türkei bereits in der Vergangenheit scharfe Kritik eingebracht. 2017 etwa hatte Ankara das russische Raketenabwehrsystem S-400 erworben. Die USA hatten aus dem Grund unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump Sanktionen verhängt. Die Türkei wurde zudem von einem wichtigen Rüstungsvorhaben, der Entwicklung des Kampfflugzeugs vom Typ F-35, ausgeschlossen.

Die Türkei pflegt sowohl zur Ukraine als auch zu Russland enge Beziehungen und sieht sich als Vermittlerin zwischen beiden Parteien. So wurde unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen jeweils getrennt mit Ankara ein Abkommen unterzeichnet, das Getreideausfuhren aus drei Häfen der Ukraine ermöglichen soll. Ein mit Mais beladener Frachter ist bereits auf dem Weg in den Libanon. 

Gleichzeitig betreibt die Türkei eine äusserst pragmatische Politik, die in Russland gerne gesehen wird.

«Plattform zur Lieferdiversifizierung russischer Rohstoffe»

So hat gerade die Zusammenarbeit im Energie- und militärtechnischen Bereich laut tagesschau.de für Moskau  «nicht nur wirtschaftspolitischen, sondern auch strategischen Charakter – immerhin ist die Türkei NATO-Mitglied». 

Eine wichtige Rolle spielt die Türkei auch bei den Sanktionen gegen Russland. Sie springt dort ein, wo es – bedingt durch den Rückzug westlicher Firmen vom russischen Markt – Warenengpässe und Lieferverzögerungen gibt.

Zudem liefern die Pipelines TurkStream und Blue Stream nicht nur Gas in die Türkei, sondern auch in die osteuropäischen, baltischen und mitteleuropäischen Länder – «quasi eine Plattform zur Lieferdiversifizierung russischer Rohstoffe», so Amur Gadgijew, Direktor des Zentrums für Studien der modernen Türkei in Moskau.  

Türkei profitiert vom Krieg

Wie viele andere Länder ist auch die Türkei von Russlands Energielieferungen abhängig. Zudem zählen Russen zur Haupttouristen-Gruppe in der Türkei.

Im Juni 2022 hatte die Türkei mit Waren im Wert von 5,1 Milliarden US-Dollar aus Russland so viel importiert wie aus keinem anderen Land. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich der Import damit mehr als verdoppelt.

Der russische Kraftwerkbauer Rosatom baut ausserdem im Süden der Türkei das erste Atomkraftwerk des Landes. (DPA)

(gux/DPA)

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