«Centre Antipoisons» – Giftnotruf-Telefon klingelte in der Pandemie häufiger

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«Centre Antipoisons»Giftnotruf-Telefon klingelte in der Pandemie häufiger

LUXEMBURG – Im vergangenen Jahr hat das «Centre Antipoisons» so viele Anrufe wie noch nie aus Luxemburg erhalten. Der Tätigkeitsbericht führt die Pandemie als Grund an.

Durch Lockdowns hielten sich die meisten mehr zu Hause auf als gewöhnlich.

Durch Lockdowns hielten sich die meisten mehr zu Hause auf als gewöhnlich.

Noch nie seit 2005 hat die Giftnotrufzentrale so viele Anrufe aus Luxemburg erhalten wie 2020. Das ist das Ergebnis des Tätigkeitsberichts des belgischen «Centre Antipoisons», das auch für Luxemburg zuständig ist, über das vergangene Jahr. Waren es 2019 780 Anrufe, haben mit sich 2020 mit 972 Kontakten fast 20 Prozent mehr Anrufer gemeldet als im Vorjahr.

Der Zuwachs sei eng mit der Coronakrise verbunden, so das «Centre Antipoisons». Durch Lockdowns war die Bevölkerung mehr zu Hause als gewöhnlich, wodurch das Vergiftungsrisiko gestiegen sei. Tatsächlich standen 80,3 Prozent der Vergiftungen im Zusammenhang mit Giftunfällen zu Hause, 822 Anrufe erfolgten wegen Kontakts mit einem Haushaltsmittel. Sichtbar ist der Zusammenhang auch an den monatlichen Zahlen: Nach 64 Anrufen im Februar 2020, also noch vor der Krise, waren es ab März mehrfach um die 90 monatlich. Im November wurden sogar 101 Anrufe bei der Zentrale registriert.

Bei den 822 als «klassisch» bezeichneten Giftunfällen im Haushalt waren 799 Menschen betroffen – und 41 Tiere. Kinder zwischen null und 14 Jahren standen dabei mit 500 Fällen an erster Stelle. Besonders bei Kindern unter vier Jahren ist laut der Giftnotrufzentrale Vorsicht geboten: In 45,4 Prozent der Fälle besteht in dieser Altersgruppe die Gefahr einer Vergiftung, nicht zuletzt, da Kinder diesen Alters vieles in den Mund nehmen oder sogar runterschlucken.

(mei/fl/L'essentiel)

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