Nach Davidstern-Skandal: Gil Ofarim hält trotz drohender Klage an Antisemitismus-Vorwurf fest

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Nach Davidstern-SkandalGil Ofarim hält trotz drohender Klage an Antisemitismus-Vorwurf fest

Bis zum Montag hat der Sänger Zeit, sich zu den erhobenen Vorwürfen des Landgerichtes zu äußern. Passiert ist bisher allerdings nichts – obwohl er an seiner Version festhält.

von
Toni Rajic
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Gil Ofarim beschuldigte im letzten Oktober einen Rezeptionisten des Antisemitismus.

Gil Ofarim beschuldigte im letzten Oktober einen Rezeptionisten des Antisemitismus.

Instagram/gilofarim
Der Musiker soll wegen seiner Davidstern-Kette von dem Hotel in Leipzig abgewiesen worden sein. (Aufnahmen der Überwachungskamera)

Der Musiker soll wegen seiner Davidstern-Kette von dem Hotel in Leipzig abgewiesen worden sein. (Aufnahmen der Überwachungskamera)

Hotel Westin in Leipzig
Die Polizei hätte aber trotz «umfangreicher Ermittlungen» keine Beweise für den Vorfall gefunden.

Die Polizei hätte aber trotz «umfangreicher Ermittlungen» keine Beweise für den Vorfall gefunden.

imago images / STL

Ende März erhob die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage gegen Gil Ofarim. Die Vorwürfe lauten: Verleumdung und falsche Verdächtigung. Dabei wird dem Musiker zur Last gelegt, einen Hotelangestellten in Leipzig zu Unrecht beschuldigt zu haben, ihn antisemitisch beleidigt zu haben, während das Verfahren gegen den beschuldigten Hotelmitarbeiter eingestellt wurde.

Doch obwohl der Anwalt des 39-Jährigen die Anklageschrift schon am 11. April erhalten hatte, ist beim zuständigen Gericht noch keine Stellungnahme eingegangen, wie der Vorsitzende Richter, Hans Jagenlauf, gegenüber «Bild» verrät – und das, obwohl die Frist bereits am kommenden Montag abläuft. Die zuständige Kammer am Landgericht habe deshalb noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden können.

Gil Ofarim (39) wandte sich an die Öffentlichkeit, nachdem er wegen seiner Davidstern-Kette von einem Hotel abgewiesen worden sein soll. Das Hotel hat die Vorwürfe stets bestritten, Ermittlungen der Polizei kamen zu keinem eindeutigen Ergebnis.

Instagram/gilofarim

Bis zum Beginn des Verfahrens können allerdings noch mehrere Wochen vergehen, stellt der Richter weiter klar. Es bestünde jedoch auch die Möglichkeit, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen. Doch dies ist eher unwahrscheinlich, denn das Leipziger Hotel musste laut eigenen Angaben durch die Anschuldigungen Ofarims viele schlechte Bewertungen und Stornierungen verzeichnen. Aufgrund dessen hält es sich offen, auch zivilrechtlich gegen den Sänger vorzugehen.

Gil Ofarim bleibt bei seiner Version

Gemäß Markus Hennig, dem Anwalt von Ofarim, hält der Sänger an seiner Aussage und der Darstellung eines mutmaßlich antisemitischen Vorfalls fest, wie der Jurist gegenüber dem NDR-Magazin «Zapp» verrät. Weiter betont er: «Herrn Ofarim ging es ursprünglich ohnehin nicht darum, jetzt hier eine einzelne Person verantwortlich zu machen, sondern ihm ging es darum, auf etwas aufmerksam zu machen, was ihm passiert ist und was er für inakzeptabel hält in den heutigen Zeiten.»

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