«Cooler Hund» – Götze spricht und feiert doch

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«Cooler Hund»Götze spricht und feiert doch

Nach Mario Götzes glorreicher Rückkehr nach Dortmund verweigert der Bayern-Star zunächst den Jubel und nach der Partie ein Statement. Beides holte er aber nach.

«Solche Geschichten sind typisch für den Fußball», sagte Bayerns Thomas Müller nach dem verdienten 3:0-Sieg gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende. Es war tatsächlich etwas Besonderes, dass ausgerechnet Mario Götze mit seinem 1:0 in der 66. Minute den Münchnern den Weg zum Sieg ebnete. Schon vor dem Spiel hatte sich alles um den ehemaligen Dortmunder gedreht: Wie werden ihn die Fans empfangen? Wie wird er auf dem Platz agieren?

In der 55. Minute wurde Götze dann eingewechselt und mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert «willkommen» geheißen. Zumindest auf dem Platz zeigte er sich davon unbeeindruckt. Ausgerechnet er traf den BVB mitten ins Herz und schob den Ball per Fußspitze zum 1:0 in die Maschen. Wie es sich gehört, verzichtete Götze nach seinem Treffer gegen den Ex-Verein auf überschwänglichen Jubel und freute sich nur innerlich. Den Jubel holte er dann aber nach der Partie nach und postete zusammen mit Teamkollege Jérôme Boateng auf Facebook ein Jubelbild.

Götze äußert sich zunächst nicht

Der 21-Jährige versuchte, der ganzen Affäre um sein Tor und seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte die Brisanz zu nehmen. Um ja nichts zu sagen, was den BVB-Fans in den falschen Hals geraten könnte, verweigerte sich Götze nach dem Spiel den wartenden Journalisten. Er ließ sich von Bayerns Medienchef Markus Hörwick entschuldigen. Stattdessen stattete er seinen alten Dortmunder Teamkollegen in der Kabine einen Besuch ab.

Am Sonntag, einen Tag nach dem Spiel, entschied Götze sich dann doch noch dazu, sich zum Spiel und zu seiner Rückkehr in den Signal-Iduna-Park zu äußern: «Wir wussten, dass es ein sehr schwieriges und emotionales Spiel werden würde. Im Endeffekt haben wir verdient gewonnen», erklärte der Offensivmann dem vereinseigenen Sender fcb.tv. Von den ehemaligen Fans ausgepfiffen und beleidigt zu werden, hatte aber auch den Profi nicht kaltgelassen: «Es war nicht sehr angenehm, bei der Einwechslung vom ganzen Stadion ausgepfiffen zu werden. Diese Situation war neu für mich und es ist nicht so leicht, damit umzugehen.» Für die über seinen Wechsel zum großen Rivalen erzürnten BVB-Fans, die im Vorfeld der Partie mehrere beleidigende Spruchbänder fabriziert hatten, zeigte Götze aber «irgendwo auch Verständnis».

Watzke: «Er ist ein cooler Hund»

Dennoch wird es dem Super-Techniker nicht missfallen haben, mit einer Gala-Vorstellung und seinem Tor die BVB-Fans zumindest teilweise zum Schweigen gebracht zu haben.

Wie Götze mit dieser schwierigen Situation umgegangen ist, beeindruckte auch Bayern-Flügelflitzer Arjen Robben, der seinerseits ein Tor erzielt und die BVB-Abwehr ein ums andere Mal hatte alt aussehen lassen: «Es war nicht einfach für ihn. Deshalb habe ich großen Respekt vor ihm.»

Sogar Dortmund-Boss Hans-Joachim Watzke kann seinen ehemaligen Angestellten nach der Partie nur loben: «Er ist eben ein cooler Hund, sonst hätte er nicht 37 Millionen gekostet».

(L'essentiel Online / bte)

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