Tokio-Hotel-Fans – «Gott hat unsere Gebete erhört»

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Tokio-Hotel-Fans«Gott hat unsere Gebete erhört»

Ohnmachtsanfälle, Kreischkonzerte und Groupies: Jede Generation hat eine Band, die diese Symptome auslöst. Tokio Hotel gehörten zu dieser Gattung, tauchten dann aber ab – bis jetzt.

Nach über drei Jahren Abwesenheit sind sie wieder zurück: Der androgyne Frontsänger, der seine Augen gerne mit Kajal betonte, sein Zwillingsbruder, der zuerst seine Haarpracht in blonden Dreadlocks und später mit schwarzen Cornrows präsentierte, sowie die anderen beiden Bandmitglieder, die scheu und verträumt waren und somit dem Geschwisterduo die ungeteilte Aufmerksamkeit überließen.

Das waren Tokio Hotel. Die Teenie-Idole der Nullerjahre gehörten zu einer der kommerziell erfolgreichsten Bands im deutschsprachigen Raum. Dann zogen sie sich zurück. Die immense öffentliche Aufmerksamkeit und die ausufernden Stalking-Attacken von Fans konnten und mochten sie nicht mehr ertragen. 2010 zogen die Brüder Kaulitz nach Los Angeles und tauchten erst 2013 wieder als Juroren bei «Deutschland sucht den Superstar» im Fernsehen auf.

Flucht in die USA – wegen militanter Fans

Doch nun möchten sie es noch einmal mit der Musik und der grossen Bühne probieren. Auf ihrem offiziellen Twitter-Profil postete die Band ein Foto, das sie zum ersten Mal seit Jahren wieder vereint zeigt. Grund für die Zusammenkunft: Tokio Hotel möchten noch dieses Jahr ein neues Album herausbringen.

Auf Twitter zwitscherten die Fans vor lauter Vorfreude besonders laut: «Gott hat unsere Gebete erhört», oder: «Mein Herz weint, ich habe das so fest vermisst», sind als Kommentare zu diesem Schnappschuss zu lesen. Trotzdem: An die alten Erfolge wieder anknüpfen zu können, ist eher unwahrscheinlich. Schließlich sind die Fans mit ihnen älter und bodenständiger geworden. Also eher keine Ohnmachtsanfälle und Kreischkonzerte mehr. Und was ist mit den Teenies? Die haben schon lange ihre eigenen Bands. Die heißen zwar anders, lösen jedoch die gleichen Symptome wie einst Tokio Hotel aus.

(L'essentiel/mor)

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