Umweltschutz - Greenpeace Luxemburg fordert Ende von klimaschädlichen Investitionen
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UmweltschutzGreenpeace Luxemburg fordert Ende von klimaschädlichen Investitionen

LUXEMBURG – Die Umweltorganisation appelliert an die Regierung, Maßnahmen zu ergreifen, durch die Investitionen in fossile Energieunternehmen reduziert werden. Das Geld müsse in nachhaltigere Geschäftsmodelle fließen.

Die Investitionen in umweltschädliche Branchen, wie die Ölindustrie, müssen laut Greenpeace in erneuerbare Energien umgeleitet werden.

Die Investitionen in umweltschädliche Branchen, wie die Ölindustrie, müssen laut Greenpeace in erneuerbare Energien umgeleitet werden.

DPA

Greenpeace Luxemburg hat am Dienstag einen offenen Brief an die Regierung veröffentlicht, mit dem die Umweltorganisation einen nachhaltigen Finanzplatz fordert. Der Finanzplatz des Großherzogtums habe aufgrund seiner Größe «einen kolossalen Einfluss auf Klima- und Biodiversitätsschutz, Energiesicherheit und eine nachhaltige Entwicklung im Allgemeinen», erklärt Greenpeace.

Der Gesetzgeber müsse dafür sorgen, dass Investitionen in fossile Energieunternehmen reduziert und klare Kriterien für als nachhaltig gekennzeichnete Anlageprodukte festgelegt werden. Dazu müssten Finanzprodukte in Bezug auf ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen für Anleger vollständig transparent beschrieben werden.

«Auch im Hinblick auf den Frieden trägt der Finanzplatz eine große Verantwortung»

Nach Greenpeace-Angaben werden mehr als fünf Billionen Euro durch luxemburgische Investmentfonds verwaltet. Ein Teil dieser Gelder fließe nach wie vor in «die klimaschädlichsten und nicht nachhaltigsten Unternehmen der Welt.» Im Jahr 2019 hätten die 100 größten luxemburgischen Investmentfonds für Treibhausgasemissionen in der vierfachen Höhe der direkten Emissionen des Großherzogtums gesorgt.

Der Krieg in der Ukraine zeige, dass man sich schnellstmöglich von allen fossilen Energien gleich welcher Herkunft unabhängig machen müsse. «Auch mit Hinblick auf den weltweiten Frieden trägt Luxemburg und sein Finanzplatz eine große Verantwortung», schreiben die Umweltschützer.

Die Transformation des Finanzplatzes hin zu mehr Klimaschutz ist gemäß Greenpeace eine wesentliche Voraussetzung, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. «Nach wie vor werden jedoch Milliarden in Finanzprodukte investiert, die keinerlei oder nur wenigen ökologischen und ethischen Kriterien genügen», so Greenpeace weiter. Diese Finanzströme müssten umgelenkt werden, um ökologisch oder sozial schädlichen Unternehmen die Grundlage zu entziehen oder sie zum Umstieg zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell zu bewegen.

(sw/L'essentiel)

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