Finanzen – Grenzgänger bringen Luxemburg 211 Millionen ein
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FinanzenGrenzgänger bringen Luxemburg 211 Millionen ein

LUXEMBURG – Im Vergleich mit den europäischen Nachbarn zahlen nur die Schweiz und Deutschland mehr Löhne an Pendler. Dennoch bringen sie dem Staat einen Gewinn ein.

Luxemburg liegt bei den Lohnzahlungen ins Ausland in Europa auf dem dritten Platz.

Luxemburg liegt bei den Lohnzahlungen ins Ausland in Europa auf dem dritten Platz.

Löhne in Höhe von insgesamt 11,5 Milliarden Euro sind im vergangenen Jahr von Luxemburg an Pendler aus Frankreich, Deutschland und Belgien geflossen. In Europa zahlten nur die Schweiz (rund 24 Milliarden Euro) und Deutschland (15 Milliarden Euro) in absoluten Zahlen mehr an ihre Grenzgänger, wie die Statistikbehörde Statec in einem jüngst veröffentlichen Bericht mitteilte.

Die Grenzgänger brachten dem Land auch im vergangenen Jahr mehr Geld ein, als sie kosteten: Sie zahlten 2018 Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 2,172 Milliarden Euro, kosteten den Staat jedoch «nur» 1,961 Milliarden. Aus Sicht des Staates also ein 211-Millionen-Plus. Nach Statec-Angaben ist dieser Saldo in den vergangenen 15 Jahren immer zugunsten des Großherzogtums ausgefallen.

Wenige Luxemburger arbeiten in Nachbarstaaten

Die Zahl der Beschäftigten, die über Grenzen zum Job nach Luxemburg pendeln, ist über die vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Von knapp 118.000 in 2005 auf gut 192.000 in 2018. Im Schnitt sei dies im Jahr ein Plus von 3,7 Prozent. Mehr als die Hälfte der Grenzgänger stamme aus Frankreich (52 Prozent), gefolgt von Deutschland (24) und Belgien (24). Das durchschnittliche Jahresgehalt von Grenzgängern aus Deutschland habe 2018 bei rund 57.000 Euro gelegen. Ende Mai waren im Großherzogtum fast 206.000 Grenzgänger beschäftigt.

Die Zahl der Menschen, die in Luxemburg wohnen und ihren Job außerhalb des Landes haben, lag mit knapp 12.800 deutlich geringer. Von diesen verließen nur rund 1500 tatsächlich das Land, um in Frankreich, Belgien oder Deutschland zu arbeiten. 88 Prozent von ihnen arbeiten vom Großherzogtum aus für europäische oder internationale Organisationen, geht aus dem Bericht hervor.

Mehr als 14.600 Menschen waren laut Statec 2018 bei internationalen Organisationen in Luxemburg beschäftigt. Rund 11.300 von ihnen wohnten im Großherzogtum, die übrigen hatten ihren Wohnsitz in einem Nachbarland. Zu den europäischen Institutionen in Luxemburg gehören unter anderem Dienststellen der Europäische Kommission, der Europäische Gerichtshof und die Europäische Investitionsbank.

(sw/L'essentiel/dpa)

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