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LuxemburgGrenzgänger könnten bis 2021 Homeoffice machen

LUXEMBURG – Für Arbeitnehmer aus dem Ausland ändert sich bis Jahresende durch Homeoffice die Sozialversicherung nicht. Die steuerliche Einigung mit den Nachbarn fehlt jedoch.

Können Grenzgänger bis Ende des Jahres problemlos im Homeoffice arbeiten?

Können Grenzgänger bis Ende des Jahres problemlos im Homeoffice arbeiten?

Wird die Homeoffice-Regelung für Grenzgänger bis zum nächsten Jahr verlängert? Mit der Verlängerung des Abkommens bis zum 31. Dezember 2020 für alle französischen, belgischen und deutschen Grenzgänger, könnte dies durchaus der Fall sein. Mit anderen Worten: Sie können bis Ende des Jahres so viel wie nötig von zuhause aus arbeiten, während sie weiterhin bei der CNS («Caisse nationale de Santé») versichert bleiben.

Hierbei handelt es sich um eine außergewöhnliche Entscheidung auf europäischer Ebene, die es ohne Corona nicht gegeben hätte. Denn nach den europäischen Vorschriften können Grenzgänger in der Regel bis zu 25 Prozent ihrer Arbeitszeit von Zuhause aus arbeiten. Geht es über diese Schwelle hinaus, müssen sich Grenzgänger theoretisch in ihrem Wohnsitzland sozial versichern.

Diese Regelung darf nicht mit der steuerlichen Obergrenze für Homeoffice-Tage verwechselt werden, die in den bilateralen Abkommen zwischen Luxemburg und seinen drei Nachbarn festgelegt ist: 29 Tage pro Jahr für französische Grenzgänger, 24 für Belgier und 19 für Deutsche. Diese Berechnung ist derzeit für alle drei Länder bis zum 31. August eingefroren.

«Wir warten noch auf eine Antwort bezüglich der Verlängerung»

Derzeit wird diskutiert, den Grenzgängern (46 Prozent der Beschäftigten in Luxemburg) noch weitere Homeoffice-Tage zu ermöglichen. Dies erweist sich als komplexe Aufgabe, da es wohl nicht zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen wird. Die einzelnen Staaten legen ihre Steuervorschriften nämlich selbst fest. «Es wurden bereits erste Schritte unternommen. Wir warten derzeit noch auf eine Antwort bezüglich einer Verlängerung», erklärt das Finanzministerium gegenüber L'essentiel, ohne zu verraten, bis wann die neue Frist andauern könnte.

Die Entscheidung, den Status der Sozialversicherung einzufrieren, deutet laut Steuerexperten allerdings die Richtung für die Zukunft der steuerlichen Regelung an. Da die Fortführung der Telearbeit auch weiterhin empfohlen wird, wäre es für Luxemburg, Frankreich, Belgien und Deutschland sinnvoll, sich auch auf steuerlicher Ebene zu einigen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass ein Ende der Pandemie nicht in Sicht ist.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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