Bahn nach Rodingen – Grenzgänger mit Parkplatz-Trauma starten Petition
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Bahn nach RodingenGrenzgänger mit Parkplatz-Trauma starten Petition

LUXEMBURG/LONGWY – Eigentlich soll man doch auf Bus und Bahn umsteigen. Aber das Chaos, was sich morgens entlang der Bahnstrecke nach Longwy abspielt, lässt wohl viele zweifeln.

Kein Platz mehr: Ab 7.30 Uhr sind an den Bahnhöfen entlang der Strecke Longwy-Luxemburg sogar die Bürgersteige zugeparkt.

Kein Platz mehr: Ab 7.30 Uhr sind an den Bahnhöfen entlang der Strecke Longwy-Luxemburg sogar die Bürgersteige zugeparkt.

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«Wenn der Weg zur Arbeit unmöglich ist!» Am Mittwoch wurde auf Change.org eine Petition gestartet, mit dem sich frankofone Pendler ihrem Frust Platz machen wollen. «Stoppen Sie die Bußgelder für die Nutzer der Bahnstrecke Longwy-Luxemburg!», fordern die Autoren. Sie richten sich direkt an den stellvertretenden Bürgermeister von Longwy, Jean-Marc Fournel und Luxemburgs Verkehrsminister François Bausch. «Die Bahnhöfe von Longwy, Rodingen, Rollingen, Petingen und Niederkerschen sind von 6.30 Uhr an überfüllt! Ab 7.30 Uhr gibt es auf den Parkplätzen keinen Platz mehr, auch nicht auf dem Rasen daneben, auf den Bürgersteigen oder auf anderen Behelfsparklücken», erklären die wütenden Grenzgänger.

Aber die Geschichte geht noch weiter: «Die Ordnungsdienste versuchen, von den Problemen auch noch zu profitieren.» Pendlerin Carine, die die Petition wie 100 andere in den ersten 24 Stunden unterzeichnet hat, erklärt: «Ich stoße auf dem Parkplatz in Longwy oder Rodingen/Petingen oft auf das Problem.» Und David sagt: «Ich habe schon mehr als 100 Euro an Bußgeldern bezahlt.» Gaëlle nutzt den Bahnhof von Rodingen. «Mein Auto wurde schon beschädigt. Oft muss ich im Gras parken und beten, dass ich kein Knöllchen habe, nachdem ich von der Arbeit komme.» Und Pendler Raphaël erinnert sich, dass Vize-Bürgermeister Fournel versprochen hat, in Longwy Abhilfe zu schaffen.

«Unfaire Maßnahmen» gegen Pendler

«Immer mehr Straßen und Plätze kann man nur noch mit Parkscheibe benutzen», heißt es in der Petition. Das Problem sei nicht neu. L’essentiel hat bereits im im Januar des vergangenen Jahres darüber berichtet. Damals kritisierten Autofahrer «unfaire Maßnahmen», die ihnen am P+R-Parkplatz von Rodingen entgegengebracht wurden. Der Parkplatz war wegen den Bahnstreiks in Frankreich und Belgien überfüllt.

«Das Gesetz besagt, dass wir diese Vergehen ahnden müssen, auch wenn es einen besonderen Hintergrund gibt», sagt ein Sprecher der Police Grand-Ducal zu L’essentiel. In Frankreich sei die Bestrafung Ermessenssache der Beamten. Der Bürgermeister von Petingen, Pierre Mellina, ruft die Grenzgänger dazu auf, wenigstens ein «gewisses Niveau» an Disziplin zu zeigen. «Der Ausbau der P+R-Parkplätze wird regelmäßig erwähnt, aber es gibt kurzfristig keinen Fortschritt», bedauern die ungeduldigen Grenzgänger. Und sie fragen sich: «Sollen die Parkplätze etwa mit unseren Knöllchen bezahlt werden?»

(NC/L'essentiel)

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