Sicherheiten für Kredite – Griechen-Geld als Pfand in Luxemburg?

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Sicherheiten für KrediteGriechen-Geld als Pfand in Luxemburg?

LUXEMBURG - Welche Sicherheiten muss Griechenland für die Hilfskredite hinterlegen? Ein neuer Vorschlag kommt aus Finnland: Griechisches Vermögen soll in Luxemburg lagern.

Griechen-Vermögen könnte bald in einer Holding in Luxemburg lagern, wenn es nach dem Willen der finnischen Regierung geht.

Griechen-Vermögen könnte bald in einer Holding in Luxemburg lagern, wenn es nach dem Willen der finnischen Regierung geht.

dapd

Griechenland soll nach einem Vorschlag Finnlands Staatsbesitz als Sicherheit für Hilfskredite aus dem Euro-Rettungsschirm an eine Holding-Gesellschaft in Luxemburg übertragen. Das geht aus einem Dokument hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Die finnische Regierung hatte das Schreiben an die Finanzministerien der anderen Euro-Staaten geschickt.

Finnland will dem überschuldeten Euro-Land nur noch mit Kreditgarantien beistehen, wenn Griechenland dafür Sicherheiten stellt. Mitte August hatten die Regierungen in Helsinki und Athen vereinbart, Bargeld als Sicherheit für die staatlichen Hilfskredite zu hinterlegen. Grundlage dafür war ein Beschluss des Euro-Sondergipfels im Juli, wonach ein Land Sicherheiten verlangen kann. Die Lösung über Bargeld war aber auf Widerspruch Deutschlands, Österreichs, der Niederlande und der Slowakei gestoßen, sodass diese Frage noch offen ist.

Am Nachmittag treffen Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, Zentralbankpräsident Jean-Claude Trichet und EU-Währungskommissar Olli Rehn zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen, um über einen Ausweg aus dem Streit mit Finnland über die Garantien zu beraten. Die Euroländer müssen sich nach Ansicht des EZB-Chefs Jean-Claude Trichet rasch auf das neue Hilfspaket für Griechenland einigen. «Die vollständige und rechtzeitige Umsetzung der Vereinbarung der Staats- und Regierungschefs vom 21. Juli ist in dieser Hinsicht das Wesentliche», sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag in Brüssel vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments.

Es gibt noch immer Unsicherheit darüber, in welchem Umfang sich die Privatgläubiger beteiligen werden. Euroländer und Internationaler Währungsfonds wollen zusammen 109 Milliarden Euro beitragen, die Privatgläubiger noch einmal 50 Milliarden Euro.

L'essentiel Online/Reuters/dpa

Juncker lehnt bilaterale Garantien ab

Premierminister Jean-Claude Juncker hat nicht vor, sich Finnland als Vorbild zu nehmen und wie das skandinavische Land einen bilateralen Sondervertrag mit Griechenland zur Absicherung zu schließen. Dies schreibt er in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Technische, juristische und politische Probleme sprächen dagegen. Zudem würden die bilateralen Garantien die Maßnahmen zur Stabiliserung des Euros abschwächen, die die Regierungschefs der Euro-Länder getroffen hätten.

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