Börse – Griechenland und China-Ängste setzen Märkten zu

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BörseGriechenland und China-Ängste setzen Märkten zu

Die Griechenland-Krise und die Angst vieler Anleger vor einem Kollaps der Börsen in China haben für Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten gesorgt.

Turbulenzen an Chinas Aktienmarkt: Der Leitindex der Börse in Shanghai fiel zeitweise um über fünf Prozent. (Bild: AFP)

Turbulenzen an Chinas Aktienmarkt: Der Leitindex der Börse in Shanghai fiel zeitweise um über fünf Prozent. (Bild: AFP)

Vor allem am Rohstoffmarkt gerieten die Preise an den Börsen der Welt am Dienstag ins Taumeln. Aber die Anleger flüchteten auch aus Aktien, so dass die europäischen Börsen die Gewinne der letzten fünf Monate einbüßten.

Dax und EuroStoxx verloren jeweils zwei Prozent auf 10.676,78 beziehungsweise 3294,19 Punkte. Auch an der Wall Street ging es mit den Kursen bergab. Gesucht waren stattdessen Staatsanleihen, die als sichere Anlage in Krisenzeiten gelten.

Athener Börse blieb geschlossen

Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone wird Börsianern zufolge von den Anlegern als immer wahrscheinlicher angesehen. «Zwar wird schon lange darüber spekuliert, aber wenn es denn kommen sollte, dürfte es doch noch viele erschrecken», sagte ein Händler. Die Griechen hatten am Sonntag die Sparauflagen der Gläubiger mit einem deutlichen Votum zurückgewiesen.

In Brüssel suchten Finanzminister und Staats- und Regierungschefs nach einem Ausweg aus der Krise. Die Athener Börse blieb wie auch die Banken am Dienstag geschlossen. Am Devisenmarkt war aber von Panik keine Spur. Der Euro verlor zum Vortag zwar rund einen US-Cent auf 1,0950 Dollar, stabilisierte sich später aber auf diesem Niveau.

Bange Blicke nach China

«Daneben belasten die Börsen aber auch die starken Verluste an den Rohstoffmärkten, die in Kombination mit den Turbulenzen an Chinas Aktienmarkt einen gefährlichen Cocktail ergeben», sagte Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets. Der Leitindex der Börse in Shanghai fiel zeitweise um über fünf Prozent, ehe massive Käufe von Index-Schwergewichten den Sturz abbremsten. Seit Mitte Juni hat der Index schon 30 Prozent verloren.

So wächst die Angst vor einem Börsencrash im Reich der Mitte, dessen Konjunktur ohnehin schon an Schwung verloren hat – mit unabsehbaren Folgen für die ganze Region. «Lahmende Wirtschaft und kollabierende Börse sind ein explosives Gemisch», warnten die Analysten der Metzler Bank.

Öl- und Kupferpreise sinken

Die Turbulenzen drückten an den Rohstoffmärkten vor allem den Kupferpreis, denn China ist der weltweit größte Kupfer-Verbraucher. Das im Bau und der Elektroindustrie verwertete Metall verbilligte sich um bis zu sechs Prozent auf ein Sechs-Jahres-Tief von 5261,50 Dollar je Tonne.

An den Terminmärkten flohen die Anleger auch aus den Ölkontrakten. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 2,6 Prozent auf 55,10 Dollar je Barrel (159 Liter). Händler machten dafür vor allem die weltweite Überversorgung mit Öl verantwortlich.

Viele besorgte Investoren schichteten ihr Geld in Staatsanleihen um: Sowohl deutsche Bundesanleihen als auch ihre spanischen und italienischen Pendants waren gesucht. Im Gegenzug gaben die Renditen deutlich nach. Der Bund-Future stieg um 188 Ticks auf ein Fünf-Wochen-Hoch von 154,05 Punkte.(L'essentiel/sda)

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