Weniger Infektionen – Grippewelle bleibt dank Masken in Luxemburg aus
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Weniger InfektionenGrippewelle bleibt dank Masken in Luxemburg aus

LUXEMBURG – Maske zu tragen hat sich als effektiv erwiesen – nicht nur bei Corona. Auch die Zahl der Grippeerkrankungen war in dieser Saison deutlich geringer.

Wegen der Corona-Maßnahmen blieb die Grippe-Epidemie dieses Jahr aus.

Wegen der Corona-Maßnahmen blieb die Grippe-Epidemie dieses Jahr aus.

«In meinem gesamten Berufsleben habe ich so etwas noch nie erlebt», sagt Dr. Jean-Paul Schwartz, Mitglied des Vorstands der AMMD (Association of Medical and Dental Doctors): In Luxemburg hat es wie in ganz Europa diesen Winter keine Grippeepidemie gegeben. Eine Feststellung, die das Gesundheitsministerium gegenüber L'essentiel bestätigt.

«Die Corona-Maßnahmen schützten vor der Ausbreitung des saisonalen Grippevirus», so das Ministerium weiter. Dr. Schwartz erklärt: «Das Tragen einer Maske war gegen die Grippe effektiver als gegen Covid-19». Auch die Impfung habe eine große Rolle gespielt – mehr Menschen als im vergangenen Jahr ließen sich impfen. Das Ministerium habe in diesem Jahr mit etwa 110.000 Impfdosen kalkuliert, in den Vorjahren seien es höchstens 80.000 gewesen. Zum Ende der Grippesaison im April wird das Gesundheitsministerium Bilanz ziehen.

Paradoxerweise könnte das Ausbleiben der Grippewelle negative Folgen für die Produktion des nächsten Grippeimpfstoffs haben, wie der Allgemeinmediziner erklärt: «Normalerweise orientieren wir uns an der Grippeepidemie auf der Südhalbkugel, um den Impfstoff für die nächste Saison vorzubereiten – und umgekehrt. Aber keine der beiden Hemisphären hat dieses Jahr eine Epidemie gehabt. Daher wird es schwieriger sein die zu verwendende Sorte zu bestimmen.» Ohne einen wirksamen Impfstoff könnte es im nächsten Winter nicht so glimpflich verlaufen. Es sei denn, das Tragen einer Maske wird bis zum Frühjahr 2022 verlängert.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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