Deutschland – Guttenberg verzichtet auf Doktortitel

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DeutschlandGuttenberg verzichtet auf Doktortitel

Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg weist die Plagiatsvorwürfe zu seiner Doktorarbeit zurück. Auf den Doktortitel will er aber vorerst verzichten.

Er habe zu keinem Zeitpunkt «bewusst getäuscht»: Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. (Bild: Keystone)

Er habe zu keinem Zeitpunkt «bewusst getäuscht»: Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. (Bild: Keystone)

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bleibt im Amt. Zwar räumte der CSU-Politiker am Freitag öffentlich «Fehler» bei der Erstellung seiner Doktorarbeit ein und entschuldigte sich. Auch will er seinen Doktortitel bis zur Klärung des Sachverhalts durch die Universität Bayreuth zeitweilig nicht führen. Doch betonte der Minister, die Menschen erwarteten, dass er sich um die drängenden Probleme der Verteidigungspolitik kümmere.

Am späten Donnerstagabend hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Verteidigungsminister zu einem Gespräch empfangen. Danach hieß es, sie habe ihm Unterstützung zugesagt, sofern er sich öffentlich erkläre. Auch die Opposition verlangte Aufklärung. Rücktrittsforderungen kamen aber nur vereinzelt gegen den in der Öffentlichkeit sehr beliebten Politiker.

«Kein Plagiat»

Gutttenberg sagte in einer überstürzt einberufenen und nur für einige Journalisten zugänglichen Erklärung über seine Dissertation: «Sie enthält fraglos Fehler.» Das tue ihm «aufrichtig leid». Zu keinem Zeitpunkt habe er jedoch «bewusst getäuscht». Er fügte an: «Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat.» Er habe die Arbeit in einem Zeitraum von sieben Jahren neben seiner Tätigkeit als Politiker und seinen Verpflichtungen als junger Familienvater angefertigt.

Guttenberg war vorgehalten worden, dass er dutzendfach ganze Passagen fremder Autoren in seine Arbeit übernommen habe, ohne dies korrekt zu kennzeichnen. Inzwischen sind deswegen bei der Staatsanwaltschaft Bayreuth zwei Strafanzeigen eingegangen. Eine von ihnen beziehe sich auf einen möglichen Verstoß gegen das Urheberrecht, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky der Nachrichtenagentur dapd in Bayreuth. Diese sei an die zuständige Staatsanwaltschaft Hof abgegeben worden.

Eine zweite Anzeige wegen Verdachts einer falschen eidesstattlichen Versicherung werde nicht zu einem Ermittlungsverfahren führen, da der Vorwurf nicht zutreffe: Laut Promotionsordnung sei bei der Doktorarbeit keine eidesstattliche Versicherung nötig.

L'essentiel Online/20min.ch/sda

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