In Luxemburg – «Haben das Gefühl, im Stich gelassen zu werden»

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In Luxemburg«Haben das Gefühl, im Stich gelassen zu werden»

LUXEMBURG – Seit drei Monaten wird Nicolas Holzem in Bolivien vermisst. Seine verzweifelte Schwester fordert nun die Regierung zum Handeln auf.

Nicolas Holzem wird seit dem 15. Juni vermisst.

Nicolas Holzem wird seit dem 15. Juni vermisst.

«Wir stecken mitten in einem Albtraum», schreibt Catherine Holzem in einem Brief an die Regierung. Ihr Bruder Nicolas wird seit dem 15. Juni in Bolivien vermisst. «Wir haben das Gefühl, dass wir von unserem Land in dieser Tragödie völlig im Stich gelassen werden.»

Im April begann der 44-jährige Familienvater seine Motorrad-Tour durch Lateinamerika. Seit drei Monaten hat der Luxemburger kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Die Vermisstenmeldungen der Familie wurden in den sozialen Netzwerken von zahlreichen Motorradgruppen verbreitet. Am 30. Juli wurde er auch bei der luxemburgischen Polizei als vermitt gemeldet. Seitdem hätten sich die unterschiedlichen Behörden gegenseitig den «Schwarzen Peter» zugeschoben. Die Polizei berichtet lediglich, dass sie «in Kontakt» mit den bolivianischen Behörden stehe und dass «die Untersuchung noch nicht abgeschlossen» seien.

«Was mir am meisten Angst macht, ist, dass er einen Unfall hatte», sorgt sich Catherine, die sich immer wieder Schreckensszenarien vorstellt: «Vielleicht hat auch jemand sein Motorrad gestohlen oder er liegt im Koma.» Der verschwundene Elektromechaniker hat Europa vor einem Jahr verlassen. Kurz zuvor lebte er mit seiner 19-jährigen Tochter in Polen. Er wollte nach Europa zurückkehren, um Zeit mit ihr zu verbringen. Anfang September ging die junge Frau nach dem Verschwinden ihres Vaters erstmals wieder zur Schule.

(Marine Meunier/L'essentiel)

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