Kinder in Flüchtlingslagern – «Haben immer die Kampfjets am Himmel gezählt»

Publiziert

Kinder in Flüchtlingslagern«Haben immer die Kampfjets am Himmel gezählt»

Zehn Jahre nach Kriegsbeginn in Syrien ist die Not weiter immens. Deswegen hat der Fotograf Mohammed Muheisen für Unicef eine Bildreihe kuratiert.

Muhammed Muheisen fotografiert unter anderem für Natonal Geografic und ist mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Pulitzerpreis. Seit 2001 fotografiert er große Krisen und Konflikte in Asien, Europa, dem Nahen Osten, Afrika und den USA. Seit gut zehn Jahren aber widmet er sich Flüchtlingen in verschiedenen Teilen der Welt. «Ich habe die Hoffnung durch ihre Augen gesehen und Hoffnung ist alles, was sie haben», sagt der Jordanier.

2012 und 2013 fotografierte Muheisen in Syrien, danach immer wieder in Lagern in Jordanien. 2015 stand er mit seiner Kamera an den Ufern der griechischen Insel Lesbos. Er war aber auch in Ländern, wo geflüchtete Kinder und Jugendliche – mitunter mit ihren Familien – neue Zuhause fanden.

«Sie haben mich gelehrt, mich glücklich und gesegnet zu fühlen»

«Indem ich Kinder porträtiere, sind sie nicht mehr nur ‹der syrische Flüchtlingsjunge oder das syrische Flüchtlingsmädchen›, sondern sie stehen mit ihrem Namen und ihren Träumen für eines von unzähligen Schicksalen», sagt Muheisen. Er selbst habe viel von jungen Menschen gelernt, die direkt von den Konflikten betroffen sind: «Sie haben mich gelehrt, mich glücklich und gesegnet zu fühlen. Zu schätzen, dass ich sicher und gesund bin.»

Zehn Jahre nach Kriegsbeginn in Syrien ist die Not weiterhin immens. Vor diesem Hintergrund hat der jordanische Fotograf exklusiv für UNICEF die Bildreihe «Voices» kuratiert, mit bislang unveröffentlichten Fotos seiner langjährigen Foto-Reportagen (siehe Bildstrecke).

Für ihn, so Muheisen, sei ein «ein Bild nie nur ein Bild, sondern eine Geschichte, ein Zeugnis und eine Botschaft aus einem Teil der Welt an den anderen Teil der Welt». Entsprechend gehe er «nicht einfach vorbei» und knipse ein Foto, sondern er verbringe Zeit mit seinen Sujets. «Ich hoffe so einen Unterschied zu machen, ob dieser groß oder klein ist – zumindest fangen wir irgendwo an. Das ist eine riesige Aufgabe. Es sind keine hundert Meter, es ist ein Marathon.»

(L'essentiel/gux)

Deine Meinung