Banken und Verwaltungen – Hacker legen europaweit Computer lahm

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Banken und VerwaltungenHacker legen europaweit Computer lahm

Erst wurde eine Cyber-Attacke auf Firmen in Russland und Ukraine gemeldet. Nun scheinen auch große westliche Firmen betroffen zu sein.

Opfer des Hackerangriffes: Firmenschild des russischen Ölunternehmens Rosneft.

Opfer des Hackerangriffes: Firmenschild des russischen Ölunternehmens Rosneft.

Hacker haben europaweit Firmen und Behörden attackiert. Besonders stark betroffen war die Ukraine, wie Firmen und Regierungsbeamte am Dienstag mitteilten. Auch westeuropäische Konzerne sind ins Visier der Hacker geraten.

Unter anderem berichtete das dänische Transport- und Logistikunternehmen Maersk am Dienstag von einem Angriff auf sein Computersystem. Betroffen sind auch das britische Werbeunternehmen WPP und der französische Industriekonzern Saint-Gobain. Die Unternehmen teilten mit, zum Schutz ihrer Daten seien erste Maßnahmen ergriffen worden.

Ob die Schweiz ebenfalls betroffen ist, lässt sich derzeit noch nicht abschließend sagen. Es gebe aber vereinzelte Hinweise, dass eine Version von «Petya» – so der Name der Erpressersoftware – im Umlauf ist, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) des Bundes.

Technische Probleme scheint es derzeit bei der Schweizer Vermarktungsfirma Admeira zu geben. Deren Webseite ist derzeit offline – unbestätigten Informationen zufolge soll der Hackerangriff der Grund sein.

Störung bei Banken und öffentlicher Verwaltung

Der Ukrainische Vize-Regierungschef Pawlo Rosenko erklärte, das Computersystem in der Regierungszentrale sei abgeschaltet und twitterte das Foto eines schwarzen Bildschirms. Außerdem gab es Störungen in der Energieversorgung, bei Banken und in der öffentlichen Verwaltung.

Auch das russische Ölunternehmen Rosneft erklärte, es sei Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die dänische Reederei A. P. Møller-Mærsk meldete, ihr IT-System funktioniere nicht mehr. Praktisch alle Geschäftsbereiche seien betroffen, sagte Firmensprecher Anders Rosendahl. Das Unternehmen gilt als größte Containerschiffsrederei der Welt.

Für Freigabe wird Geld verlangt

Es gab zunächst nur wenige Informationen darüber, wer hinter den Angriffen stecken könnte. Experten sagten nach der Analyse von Screenshots, die im Internet kursierten, die Angriffe trügen die Markenzeichen einer sogenannten Ransomware. Diese nimmt die Daten eines Computers praktisch als Geisel und verlangt für die Freigabe eine Geldzahlung.

Wird diese nicht geleistet, werden die Daten gelöscht. Mitte Mai hatte ein Angriff mit einem solchen Programm weltweit Chaos in Krankenhäusern, Schulen und Büros ausgelöst.

(L'essentiel/kaf)

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