Iran: Hadis Najafi (20) bei Protesten getötet – neues Symbol des Widerstands

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IranHadis Najafi (20) bei Protesten getötet – neues Symbol des Widerstands

Die 20-jährige Hadis Najafi wurde von Sicherheitskräften mit sechs Schüssen getötet. Ein Video, das sie bei der Teilnahme an Protesten zeigt, geht nun viral.

von
Samira Kunz
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Die 20-jährige Hadis Najafi wurde bei Protesten von Sicherheitskräften mit sechs Schüssen getötet.

Die 20-jährige Hadis Najafi wurde bei Protesten von Sicherheitskräften mit sechs Schüssen getötet.

Tiktok/Hadis Najafi
Ein Video von ihr geht nun viral. Darauf bindet sie sich ihre Haare zurück und stellt sich in die Mitte eines Protestes in Karaj.

Ein Video von ihr geht nun viral. Darauf bindet sie sich ihre Haare zurück und stellt sich in die Mitte eines Protestes in Karaj.

Twitter/Masih Alinejad
Seit Tagen gehen die Sicherheitskräfte brutal gegen die Demonstrierenden vor. (22. September 2022)

Seit Tagen gehen die Sicherheitskräfte brutal gegen die Demonstrierenden vor. (22. September 2022)

AFP

Eine Frau, die bei Protesten im Iran getötet wurde, ist zu einem neuen Symbol des Widerstands geworden. Wie gestern bekannt wurde, verstarb die 20-jährige Hadis Najafi, nachdem Sicherheitskräfte am Mittwoch sechs Kugeln auf sie abfeuerten. Diese trafen sie in Brust, Gesicht und Hals. Sie wurde in eine Klinik gebracht und Stunden später für tot erklärt.

Bereits zuvor war sie auf Social Media – besonders Tiktok – sehr aktiv und postete Tanzvideos. Ein vor kurzem virales Video von ihr zeigte sie dabei, wie sie ihr unverdecktes Haar zusammenband und sich in die Mitte eines Protestes in Karaj stellte.

Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran nach dem Tod von Mahsa Amini sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten bislang mindestens 50 Menschen getötet worden. Zuletzt seien am Donnerstagabend in Reswanschahr in der nordiranischen Provinz Gilan sechs Menschen von Sicherheitskräften erschossen worden, teilte die Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Oslo am Freitag mit. Tausende Gegendemonstranten gingen am Freitag für das Tragen von Kopftüchern auf die Straße.

Ausgelöst wurden die landesweiten Proteste, die sich nach IHR-Angaben inzwischen auf rund 80 Städte ausgeweitet haben, durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor einer Woche. Diese war von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch offenbar nicht laut den strikten gesetzlichen Vorschriften trug.

Amini brach auf der Polizeiwache zusammen und wurde drei Tage später im Krankenhaus für tot erklärt. Laut Polizei hatte sie einen Herzanfall. Menschenrechtsaktivisten zufolge erlitt die junge Frau allerdings einen tödlichen Schlag auf den Kopf. 

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