Protest-Aktion – Häftlinge in Schrassig wollen in Sitzstreik treten

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Protest-AktionHäftlinge in Schrassig wollen in Sitzstreik treten

LUXEMBURG – Aufstand im Knast: Mehrere Inhaftierte haben einen Sitzstreik im Gefängnis Schrassig organisiert. Es geht um Überbelegung und schlechte Arbeitsbedingungen.

Insassen in Schrassig fordern mittels einer Protestaktion bessere Haftbedingungen.

Insassen in Schrassig fordern mittels einer Protestaktion bessere Haftbedingungen.

Editpress/Isabella Finzi

Häftlinge in Luxemburg wollen am Freitagabend für bessere Haftbedingungen in einen Streik treten. Über die sozialen Netzwerke wurde zu Protestaktionen aufgerufen. Ein Justizsprecher bestätigt auf Nachfrage von L'essentiel, dass «einige wenige» Insassen an der Organisation eines Sitzstreiks beteiligt sind.

Der Protest richtet sich gegen Überbelegung, Missachtung von Menschenrechten, schlechte Arbeitsbedingungen hinter Gittern und mangelnde Vorbereitung auf die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Kritik im Knast löst auch die derzeit im Parlament diskutierte Reform des Strafvollzugs aus.

Fehlende soziale Absicherung

Die Ligue des Droits de l'Homme (Action Luxembourg Ouvert et Solidaire) forderte kürzlich in einer Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf, dass arbeitende Insassen ebenfalls Anspruch auf soziale Fürsorge und Sicherheit am Arbeitsplatz haben sollten. Der Text, der noch dieses Jahr in der Chamber verabschiedet werden soll, sei jedoch im Prinzip ein «großer Schritt nach vorn».

Die Zahl der Insassen in Luxemburgs Gefängnissen liegt derzeit bei knapp 700. Bis zum Jahr 2022 sollen bis zu 400 Häftlinge ins neue Strafvollzugszentrum Uerschterhaff in Sassenheim übersiedeln.

Im September 2016 war in der Haftanstalt Schrassig eine kleine Revolte ausgebrochen, an der sich 19 Insassen beteiligten. Die Gefangenen blockierten Zugänge zum Zellenblock und legten ein kleines Feuer. Die Spezialeinheit USP der Police Grand-Ducale beendete den Aufstand, ohne dass jemand verletzt wurde.

(jt/L'essentiel)

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