Region Chabarowsk: «Hälfte der mobilisierten Männer untauglich» – Rekrutierungsoffizier gefeuert 

Publiziert

Region Chabarowsk«Hälfte der mobilisierten Männer untauglich» – Rekrutierungsoffizier gefeuert 

Weil sie die Auswahlkriterien für den Eintritt in den Militärdienst nicht erfüllten, mussten in der Region Chabarowsk eingezogene Reservisten wieder nach Hause geschickt werden.

1 / 5
300.000 Reservisten sollen eingezogen werden.

300.000 Reservisten sollen eingezogen werden.

Imago
Doch die Teilmobilmachung kommt nur schleppend voran.

Doch die Teilmobilmachung kommt nur schleppend voran.

REUTERS
Nicht alle eingezogenen Männern erfüllen die Auswahlkriterien.

Nicht alle eingezogenen Männern erfüllen die Auswahlkriterien.

AFP

In der russischen Region Chabarowsk wurde ein hoher Militär gefeuert, nachdem die Hälfte der mobilisierten Männer nach Hause geschickt wurde, wie der Gouverneur der Region am Montag mitteilte, wie Reuters berichtet.

«Innerhalb von zehn Tagen erhielten mehrere Tausend unserer Landsleute eine Vorladung und kamen in den Militärregistrierungs- und Rekrutierungsbüros an», so Mikhail Degtyarev, Gouverneur der Region Chabarowsk im Osten Russlands. «Etwa die Hälfte von ihnen sind nach Hause zurückgekehrt, weil sie die Auswahlkriterien für den Eintritt in den Militärdienst nicht erfüllt haben», so der Gouverneur.

Die von Kremlchef Wladimir Putin vor rund zehn Tagen angeordnete Teilmobilmachung hat in Russland eine regelrechte Massenflucht ausgelöst. Zehntausende Männer flüchteten nicht nur nach Georgien im Südkaukasus, sondern beispielsweise auch in die zentralasiatischen Ex-Sowjetstaaten Kasachstan und Kirgistan. 

Probleme und Schwächen bei russischer Teilmobilmachung

Bei seiner Teilmobilmachung stößt Russland nach Einschätzung britischer Geheimdienste auf erhebliche Probleme. Eingezogene Reservisten würden sich derzeit übergangsweise in Zeltlagern versammeln, hieß es am Montag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Das deute daraufhin, dass das Militär Schwierigkeiten habe, die Rekrutierten auszubilden und Offiziere für die Führung neuer Einheiten zu finden. Die Geheimdienste gehen außerdem stark davon aus, dass seit der Verkündung der Teilmobilmachung am 21. September auch bereits Russen eingezogen wurden, die eigentlich nicht unter die Definition der Rekrutierungswelle fallen. 

Sogar der russische Präsident Wladimir Putin habe eine Woche später vor seinem nationalen Sicherheitsrat eingestanden, dass Fehler passiert seien, und gewarnt, diese dürften nicht erneut passieren. Die Briten sehen dieses Eingeständnis als Zeichen für erhebliche Probleme. Regionale Offiziere wüssten mutmaßlich nicht über den exakten Rahmen oder die Ziele der Mobilmachung Bescheid. 

(dpa/fos )

Deine Meinung

0 Kommentare