Bauprojekt in Luxemburg – Händler müssen Verluste durch Tram selbst tragen
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Bauprojekt in LuxemburgHändler müssen Verluste durch Tram selbst tragen

LUXEMBURG - Die Geschäftsverbände haben am Mittwoch eine Konvention mit der Firma Luxtram unterzeichnet, die für Konzept und Umsetzung des «Tramsschapp» verantwortlich ist.

Die Wogen scheinen vorerst geglättet: Geschäftsleute und die Straßenbahngesellschaft Luxtram haben sich über eine «engere Zusammenarbeit» und einen besseren Informationsaustausch beim Bau der neuen Tram in der Hauptstadt verständigt. Das erklärte Infrastrukturminister François Bausch (Déi Gréng). Als Basis dafür dient eine neue Konvention, die Vertreter von Luxtram sowie des Handelsverbands der Stadt Luxemburg (UCVL) und des landesweiten Handelsverbands (CLC) am Mittwoch unterzeichnet haben.

Trotz der Grundsatzvereinbarung bleiben noch einige Fragen ungeklärt. Zu den Knackpunkten während der Bauarbeiten zählen laut der UCVL die konstante Erreichbarkeit der Geschäfte, die Mobilität der Betroffenen und auch der ordnungsgemäße Ablauf von gewerblichen Events.

Entschädigung für Geschäftsbetreiber?

Die Frage, inwiefern Händler für entstandene Verluste entschädigt werden sollen, ist aber noch lange nicht geklärt. «Wir haben die Frage aufgeworfen, aber der Staat sprach sich vorerst dagegen aus», bedauert Anne Darin-Jaulin, die Direktorin der UCVL. Bausch bestätigte, dass Entschädigungen derzeit nicht vorgesehen sind. «Wir werden im Laufe des Projektes darüber sprechen. Aber erst, wenn die Arbeiten im unteren Bereich der Avenue de la Liberté begonnen haben. Das wird Anfang 2018 sein», sagte der Minister, der aber lieber von «indirekten Beihilfen» wie vorübergehend kostenlosen Parkplätzen oder Gratis-Busfahrten sprach.

Das Tram-Projekt sei voll im Zeitplan, versicherte Bausch. Die ersten Vorbereitungsarbeiten auf der Straße beginnen bereits im Januar und zwar zwischen dem Kirchberg und der Place de l'Étoile. Der erste Streckenabschnitt zwischen Luxexpo und Roter Brücke soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Betrieb gehen. Bis die Tram auf voller Länge fertiggestellt ist, dauert es aber noch ein Weilchen länger – nämlich bis 2021. Im Endausbau soll die Luxemburger Straßenbahn auf einer Strecke von 14,6 Kilometern die Cloche d'or mit dem Findel verbinden. Insgesamt geben Staat und die Stadt Luxemburg 550 Millionen Euro für das Infrastrukturprojekt aus.

(L'essentiel)

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