«Management Buy Out» – Hahn-Manager wollen beim Airport einsteigen

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«Management Buy Out»Hahn-Manager wollen beim Airport einsteigen

Manager des Flughafens Hahn wollen den Airport im Hunsrück übernehmen. 25 Millionen Euro haben sie für den Flughafen geboten, der Rheinland-Pfalz und Hessen gehört.

Manager des Flughafens Frankfurt-Hahn wollen für 25 Millionen Euro die Mehrheit am defizitären Hunsrück-Airport übernehmen. Der Vorschlag sei der rheinland-pfälzischen Landesregierung als Haupteignerin vorgelegt worden, sagte der Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Jörg Schumacher, am Donnerstag in Lautzenhausen. Finanziert werden solle das sogenannte «Management Buy Out» über international bekannte Investoren, deren Namen noch nicht bekanntgegeben werden könnten. «Wir halten sie für sehr seriös», sagte Schumacher.

Es handele sich um «zwei unterschiedliche Personengruppen», auf die die Manager zugegangen seien. Bis zu Verhandlungsbeginn sei Stillschweigen vereinbart worden. Das Land Rheinland-Pfalz, das 82,5 Prozent der Airport-Anteile hält, müsse das Angebot nun prüfen. «Wir hoffen, dass die Verhandlungen bald beginnen können», sagte Schumacher. Seit Jahren läuft die Investorensuche für Hahn - die baldige Privatisierung ist ein erklärtes Ziel der Mainzer Regierung. Hessen ist an dem Airport mit 17,5 Prozent beteiligt.

Rheinland-Pfalz will das Angebot prüfen

Der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz sagte am Rande der Landtagssitzung in Mainz, das Land werde das Angebot betriebswirtschaftlich und rechtlich prüfen. Grundsätzlich sei es immer ein positives Zeichen, wenn das Management eines Projekts selbst finanziell einsteigen wolle.

Fünf von insgesamt zehn Mitgliedern des Flughafen-Managements hätten ihre Beteiligung an einer Management GmbH bereits zugesagt, sagte Schumacher. Er hoffe, möglichst viele mit ins Boot holen zu können.

Privatisierung aus eigenen Reihen besser als fremder Investor

Ein «Management Buy Out» sei aus der Sicht des Managements «die angenehmste Form der Privatisierung eines Unternehmens», da Käufer und Verkäufer sich gut kennen. «Das ist anders als wenn man mit einem fremden Dritten verhandelt.» Das Ziel sei, «deutlich mehr als 50 Prozent» zu erwerben, sagte der Finanzchef der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Bernd Müller.

Der Betriebsrat des Flughafens begrüßte den Vorschlag der Manager. «Eine Privatisierung aus den eigenen Reihen ist auf jeden Fall einem fremden Investor vorzuziehen», hieß es in einer Mitteilung. Auch der Verein «Bürger für Hahn» unterstützte das Vorhaben. «Diese Form der Privatisierung ist die beste Lösung für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region», teilte der Verein mit.

(L'essentiel online/dpa)

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