WAHL VERSINKT IM CHAOS – Haitianer stürmten Wahllokale

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WAHL VERSINKT IM CHAOSHaitianer stürmten Wahllokale

Haiti ist mit den Wahlen erneut ins Chaos gestürzt: Wegen Behinderung müsse die Wahl annulliert werden, fordern 13 Kandidaten. Tausende liessen ihrer Wut freien Lauf.

Anhänger des Kandidaten Michel Martelly, besser bekannt als "Sweet Micky", folgen dem Aufruf ihres Favoriten, der mit 12 anderen Kandidaten eine Annulierung der Wahlen fordert.

Anhänger des Kandidaten Michel Martelly, besser bekannt als "Sweet Micky", folgen dem Aufruf ihres Favoriten, der mit 12 anderen Kandidaten eine Annulierung der Wahlen fordert.

AFP

Wegen mutmasslicher Behinderungen der Präsidenten- und Parlamentswahlen durch die Regierung forderten am Sonntag 13 Kandidaten die Annullierung des Urnengangs. Tausende Menschen im ganzen Land folgten ihrem Aufruf und gingen gegen die Regierung des scheidenden Präsidenten René Préval auf die Strasse. Sie warfen ihm vor, die Wahlen zugunsten seines Kandidaten Jude Celestin gefälscht zu haben.

CEP hält Wahlen für Erfolgreich

Unbeeindruckt von den Protesten erklärte die provisorische Wahlbehörde (CEP) die Abstimmung zum Erfolg. Es habe sich um einen «abgeschlossenen und erfolgreichen Wahltag» gehandelt, teilte CEP-Präsident Gaillot Dorsinvil am Abend in der Hauptstadt Port-au- Prince mit.

Die Realität vor Ort sah anders aus. Die Abstimmung wurde von Unstimmigkeiten, Betrugsvorwürfen und Gewalt überschattet. Schon am Morgen hatten viele Wahllokale erst mit mehreren Stunden Verspätung geöffnet. Dort lagen dann vielfach Wählerlisten aus anderen Gebieten aus, so dass sich die Menschen darauf nicht wiederfanden und folglich auch nicht wählen konnten.

Zwei Tote nach Zusammenstöße

Nach einem Bericht des Senders Radio Metropole stürmten aufgebrachte Bürger in Saint Marc und Gonaïve wutentbrannt die Wahllokale und vernichteten die Unterlagen.

Bei Zusammenstössen zwischen Anhängern rivalisierender Kandidaten wurden mindestens zwei Menschen getötet. Nach Angaben der Polizei wurden am Sonntag in Aquin im Süden des Landes zwei Menschen erschossen. Bei Zusammenstössen in weiteren Orten seien zudem mehrere Menschen verletzt worden.

Erste Ergebnisse der Wahl werden für den 5. Dezember, die endgültige Stimmenverteilung für den 20. Dezember erwartet.

20min.ch

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