Spanner-Skandal – Handballerinnen finden Kameras in der Garderobe
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Spanner-SkandalHandballerinnen finden Kameras in der Garderobe

In der deutschen Handball-Bundesliga ist erneut eine Spanner-Aktion aufgeflogen. Spielerinnen entdeckten versteckte Kameras in der Garderobe.

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Skandal: Die Handballerinnen von TuS Metzingen fanden Kameras in der Garderobe.

Skandal: Die Handballerinnen von TuS Metzingen fanden Kameras in der Garderobe.

imago images/Eibner
Bereits am Mittwoch standen die Bundesligistinnen wieder im Einsatz.

Bereits am Mittwoch standen die Bundesligistinnen wieder im Einsatz.

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Team-Manager Ferenc Rott: «Diese widerliche Tat – zudem auch noch durch eine direkte Vertrauensperson – ist einfach nur schockierend und hat uns alle sehr getroffen.»

Team-Manager Ferenc Rott: «Diese widerliche Tat – zudem auch noch durch eine direkte Vertrauensperson – ist einfach nur schockierend und hat uns alle sehr getroffen.»

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Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres wird der deutsche Frauenhandball Schauplatz eines Spanner-Skandals. Wie der deutsche Bundesligist TuS Metzingen auf der Webseite des Vereins mitteilte, fanden Spielerinnen des Frauen-Teams am Montag zwei versteckte Kameras in der Umkleidekabine ihrer Heimstätte.

Laut der Mitteilung habe der Verein daraufhin sofort die Polizei verständigt, die innerhalb weniger Stunden eine dringend tatverdächtige Person ermitteln konnte. Unfassbar: Es soll sich dabei um eine Person handeln, die zum näheren Umfeld des Teams gehört. Wie die Süddeutschen wenig später kommunizierten, sei die Zusammenarbeit mit der Person sofort beendet worden.

«Einfach nur schockierend»

«Diese widerliche Tat – zudem auch noch durch eine direkte Vertrauensperson – ist einfach nur schockierend und hat uns alle sehr getroffen», ließ sich Team-Manager Ferenc Rott zitieren. Er sei aber «beeindruckt» vom Zusammenhalt der Spielerinnen und ihrem gemeinsamen Entschluss, die trotz allem am Mittwoch zur Partie gegen die SG BBM Bietigheim angetreten sind (20:32-Niederlage).

Die Spielerinnen posteten am Donnerstag auf Facebook ein gemeinsames Foto, schrieben darunter: «Wir lassen uns von nichts und niemanden unterkriegen. Der Frauenhandball steht zusammen und wehrt sich entschlossen gegen all diejenigen, die uns und unseren Sport bedrohen. Unser Zusammenhalt ist größer als jede Rivalität, jedes Spiel, jedes Tor!»

Erster Fall im September

Bereits im September des vergangenen Jahres fanden Spielerinnen des Handball-Teams von Buchholz 08-Rosengarten in der Kabine verdächtig aussehende Schalter-Attrappen, die auch in den Duschen und der Gästekabine platziert waren. Die sofort eingeschaltete Polizei ermittelte daraufhin gegen einen Mann, der rund um die Heimspiele des Teams Zugang zur Halle hatte. Die Frauenhandball-Liga (HBF) verurteilt das jüngste Vorkommnis: «Eine solche kriminelle Tat widerspricht allen Werten, die wir als HBF zusammen mit unseren Vereinen vertreten», sagte der HBF-Chef Andreas Thiel gegenüber der «Bild».

(L'essentiel/sih)

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