Luxemburg – Handelskammer fordert Index «nur alle 18 Monate»
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LuxemburgHandelskammer fordert Index «nur alle 18 Monate»

LUXEMBURG – Die «Chambre de commerce» stellt Forderungen an die künftige Regierung. Unter anderem wünscht sich die Kammer eine begrenzte Indexierung, «höchstens alle 18 Monate».

Unter anderem wünscht sich die Handelskammer eine begrenzte Indexierung.

Unter anderem wünscht sich die Handelskammer eine begrenzte Indexierung.

Editpress/Ifinzi

Während die Koalitionsverhandlungen in vollem Gange sind, hat die Handelskammer ihre detaillierten Forderungen an die künftigen Regierungspartner vorgestellt. Herausgekommen ist ein Plan mit zehn Schlüsselmaßnahmen, darunter fromme Wünsche, aber auch konkrete Forderungen, die möglicherweise nicht überall gut ankommen.

Insbesondere setzt sich die Kammer für eine begrenzte Indexierung «höchstens alle 18 Monate» ein, sagt Carlo Thelen, Generaldirektor der Handelskammer. «Viele Sektoren sind stärker von der grenzüberschreitenden Nachfrage abhängig als die nationale Nachfrage. Aus diesem Grund ist die Indexierung, auch wenn sie nur selten stattfindet, schädlich, da gleichzeitig die Produktivität nicht besser wird. Es ist notwendig, eine Debatte über eine allgemeine De-Indexierung der Wirtschaft oder zumindest eine Einschränkung der Regulierungsautomatismen zu führen», fügt die Kammer hinzu.

Flexiblere Arbeitszeit

Eine mögliche Anhebung des Mindestlohns sei «keine gute Maßnahme, da sie keine Wohnungsprobleme lösen und den ansässigen Arbeitssuchenden schaden würde». Die Handelskammer fordert auch die Wiederherstellung der steuerlichen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und eine neue Arbeitszeitgestaltung mit mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten und einen Ausbau der Telearbeit. In Verbindung mit einer «Verbesserung des öffentlichen Verkehrs» würde dies es ermöglichen, «die Freizeit zu erhöhen, ohne die Arbeitszeit für die Unternehmen zu verkürzen». Generell ist die Handelskammer der Ansicht, dass die Produktivität in Luxemburg nicht hoch genug ist. Daher ist ein «ehrgeiziger nationaler Plan für kleine und mittlere Unternehmen» erforderlich.

Die Bekämpfung der Inflation muss ebenfalls eine Priorität sein, so die Handelskammer, die sich gegen eine Anhebung der staatlich festgesetzte Preise (Müllabfuhr, öffentliche Verkehrsmittel, medizinische Dienste usw.) ausspricht. Auf der sozialen Ebene ist zudem eine Reform des Rentensystems erforderlich. Darüber hinaus will die Handelskammer die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft und die Förderung erneuerbarer Energien, die Definition einer Industriepolitik sowie «wirksame Maßnahmen zur Senkung der Wohnungskosten» umgesetzt sehen.

Was die Regierung betrifft, so würde die Einrichtung einer begrenzten Anzahl von zentralen «Superministerien» viele Streits verhindern und die Anzahl von Ministern «zweiter Klasse» reduzieren, so die Handelskammer in ihrer Einschätzung.



(Thomas Holzer/L'essentiel)

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