Schiri in Kritik: «Handfester Skandal» – BVB tobt nach Champions-League-Aus

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Schiri in Kritik«Handfester Skandal» – BVB tobt nach Champions-League-Aus

Die erste Niederlage nach zehn Pflichtspielsiegen in Serie sorgt beim BVB für Frust. Das hatte nicht nur rein sportliche Gründe.

ARCHIV - 08.10.2022, Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball: Bundesliga, Borussia Dortmund - FC Bayern München, 9. Spieltag, Signal Iduna Park. Münchens Jamal Musiala (l) und Dortmunds Emre Can (r) kämpfen um den Ball. In der Mitte Dortmunds Jude Bellingham. Beide Mannschaften treffen am 1. April erneut aufeinander, wie aus den DFL-Ansetzungen hervorgeht (zu dpa: «Bundesliga-Topspiel Bayern - Dortmund am 1. April») Foto: Bernd Thissen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bernd Thissen/dpa

«Alles in allem ist das sehr ärgerlich», kommentierte der Dortmunder Pechvogel Marius Wolf die Schlüsselszene beim Achtelfinal-Aus in der Champions League mit finsterer Mine. Es sei keine Absicht, er gehe nicht zum Ball, habe seinen Arm am Körper und drehe sich noch weg, wehrt sich der Außenverteidiger nach dem 0:2 seines Teams beim FC Chelsea die Handelfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Danny Makkelie.

Der deutsche Nationalspieler Kai Havertz (53. Minute) nutzte den anschließenden Elfmeter im zweiten Versuch zur Vorentscheidung. Wolf: «Der Schiri hat nicht mit sich reden lassen. Ich wollte wenigstens, dass er es mir erklärt. Vor allem bei solch einer Entscheidung.»

Klare Worte von Emre Can

Nach einer Hereingabe von Ben Chilwell war der Ball an Wolfs leicht abgespreizten Arm gesprungen, was Makkelie erst nach Intervention des Video-Assistenten mit einem Elfmeter ahndete. Havertz setzte den Schuss an den Innenpfosten, durfte aber noch mal antreten, weil sich Spieler beider Teams zu früh in den Strafraum bewegt hatten. BVB-Spieler Salih Özcan war es dann, der den Ball wegschlug.

Dortmunds Emre Can war sauer: «Wir haben am Ende unverdient, auch wegen des Schiedsrichters, verloren. Wir spielen hier an der Stamford Bridge, vielleicht hat er Angst vor den Fans, aber dann soll die Uefa einen anderen Schiri schicken. Es tut extrem weh, dass wir wegen eines Schiris ausscheiden.»

War die Wiederholung des Elfmeters korrekt?

Ähnlich deutlich brachte TV-Experte und BVB-Berater Matthias Sammer bei Amazon Prime Video seinen Unmut zum Ausdruck: «Der Elfmeter und die Wiederholung. Das ist ein handfester Skandal. Mir braucht auch kein Regelhüter kommen. Makkelie ist ein sehr, sehr arroganter Mensch», klagte der ehemalige Dortmunder Profi.

Die Schiri-Experten von Collinas Erben kritisierten den Referee zum Teil. Während sie auf Twitter den Handelfmeter als «zumindest vertretbar» bezeichneten, war für sie die Wiederholung des Penaltys strittig. Die Gründe erklärten sie in einem langen Twitter-Thread. Als Hauptargument führten sie an, dass der zu früh reingelaufene Özcan keinen Angreifer daran hinderte, den Ball aufs Tor zu bringen. «Nach dem IFAB-Handbuch gab es keinen Anlass zum Eingreifen», so die Experten auf Twitter. 

Thorsten Kinhöfer, ebenfalls ehemaliger Fifa-Schiedsrichter, nahm gegenüber der «Bild» Makkelie in Schutz. «Die Wiederholung des Elfers ist korrekt», sagte er und zum Hands von Wolf meinte er: «Der Arm ist weg vom Körper.»

«Wir waren in der 1. Halbzeit einfach zu passiv»

Nico Schlotterbeck wollte nach dem Spiel dann aber auch nicht zu sehr auf den Schiedsrichter einschlagen. «Wir müssen nächstes Mal einfach ein oder zwei Tore mehr schießen. Das ist nicht passiert», sagte der deutsche Nationalspieler. Und tatsächlich bot der BVB – anders als in den erfolgreichen Wochen zuvor mit zehn Pflichtspielsiegen in Serie – vor allem in der Offensive eine mutlose Vorstellung.

(nih/dpa)

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