In Luxemburg – Handwerksberufe bei Ansässigen unbeliebt

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In LuxemburgHandwerksberufe bei Ansässigen unbeliebt

LUXEMBURG – Als Handwerker arbeiten, das ist im Großherzogtum vor allem etwas für Grenzgänger und ausländische Anwohner: Von 80.000 Handwerkern sind nur ein Sechstel Ansässige.

Zwei Drittel der Handwerker arbeiten im Bausektor.

Zwei Drittel der Handwerker arbeiten im Bausektor.

Das Baugewerbe ist das stärkste Handwerk im Großherzogtum: 3519 Unternehmen stellen 57.517 Arbeitsplätze, damit arbeiten etwa zwei Drittel (69 Prozent) der Handwerker im Bausektor. Nach den jüngsten Daten der Handwerkskammer hat sich diese Zahl in den vergangenen 25 Jahren mehr als verdoppelt.

Die durchschnittliche Größe der Handwerksbetriebe ist von zehn auf zwölf Mitarbeiter gestigen, hat sich damit aber seit 1990 kaum verändert. Der zweitgrößte Anbieter von Handwerksjobs ist der Mechanik-Sektor, in dem 11.539 Angestellte in 1044 Unternehmen arbeiten. Die 257 Lebensmittel-Firmen beschäftigen gerade einmal 7272 Menschen.

Handwerk ist männlich

Unter den 80.000 Beschäftigten im Handwerkssektor gibt es mit 73 Prozent Männern und 27 Prozent Frauen einen starken Männeranteil. Grenzgänger machen fast die Hälfte der Beschäftigten aus (48 Prozent). Ansässige stellen nur 14 Prozent (gegenüber 26 Prozent im Jahr 1990) und ausländische Einwohner 38 Prozent der im Handwerk Beschäftigten dar. Dabei sind Portugiesen mit mehr als einem Drittel die größte Gruppe der ausländischen Mitarbeiter (36 Prozent), gefolgt von Franzosen (27 Prozent), Deutschen (16 Prozent) sowie Belgiern und Niederländern (10 Prozent).

Im Hinblick auf die Ausbildung verzeichnet man im Handwerk einige Veränderungen: Die Zahl der Auszubildenden ist zwar von 1335 (Jahr 1990) auf 1725 (im Jahr 2015) gestiegen, allerdings wurden weniger Diplome vergeben: 2015 waren es 421 Zertifikate nach Abschluss der Lehrzeit und 128 Meisterbriefe, doch im Jahr 1990 konnten noch 456 und 244 überreicht werden. «Es scheint, dass eine wachsende Zahl von Menschen die Ausbildung aufgeben oder das integrierte Endprojekt nicht bestehen», heißt es dazu aus der Handwerkskammer.

(Mathieu Vacon/L'essentiel)

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