Verkehr in Luxemburg – Handy am Steuer muss konsequent geahndet werden
Publiziert

Verkehr in LuxemburgHandy am Steuer muss konsequent geahndet werden

LUXEMBURG – Ab 2022 drohten in Luxemburg vier statt zwei Punkte Abzug, wenn Autofahrer ihr Handy beim Fahren bedienen. Die «Sécurité routière» fordert schärfere Kontrollen.

Autofahrer müssen ab 2022 für ein Handyverstoß mit einem Abzug von vier Punkten rechnen.

Autofahrer müssen ab 2022 für ein Handyverstoß mit einem Abzug von vier Punkten rechnen.

Editpress

Wer im Homeoffice arbeitet ist nun mal mehr auf sein Handy angewiesen. Nun kommt es immer häufiger vor, dass der Arbeitsplatz ins Auto verlegt und das Handy während der Fahrt genutzt wird – und das nicht ohne Risiko.

Im benachbartem Frankreich schlug die Autobahngesellschaft Sanef («Société des autoroutes du nord et de l’est de la France») angesichts der erhobenen Zahlen vor kurzem Alarm. Danach nutzen 73 Prozent der Telearbeiter ihr Handy am Steuer. 15 Prozent geben an, ihr Handy mehr als zuvor zu nutzen. «Das Unfallrisiko ist dabei dreimal so hoch», so die Sanef.

Paul Hammelmann ist alarmiert: «Sollte dies auch hierzulande der Fall sein, dann gibt es nur eine Lösung: sofort eingreifen. Das ist ein Verbrechen!», sagt der Präsident der ASBL «Sécurité routière». Das Thema soll auch bei der nächsten Gesprächsrunde im Mobilitätsministerium diskutiert werden.

Vier Punkte anstelle von zwei Punkten

Die Frage, ob die Autofahrer in Luxemburg in dieser Hinsicht mehr oder weniger verantwortungsvoll als ihre Nachbarn vorgehen, sei zwar schwer zu beurteilen. Dennoch würde das Handy am Steuer immer problematischer werden. «Es könnte zur Hauptursache für schwere Unfälle werden, wenn einige Menschen ihre Gewohnheiten nicht ändern. Es muss eine gewisse Disziplin eingehalten werden – auch im Stau», erklärt Hammelmann. Er halte eine Verschärfung der Kontrollen für angebracht.

In Belgien wurden dafür in einer Testphase sogenannte Smart-Kameras eingesetzt. Diese erkennen Fahrer, die ein Handy in der Hand halten. Auf die Frage, ob dies auch hierzulande eine Lösung sein könnte, lautete Hammelmanns Antwort wie folgt: «Warum nicht, wenn es funktioniert». Auch in Deutschland müssen Autofahrer mit Strafe rechnen. Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro rechnen. Wird dabei jemand gefährdet steigt das Bußgeld auf 150 Euro und der Führerschein ist für einen Monat weg. Verursacht man dabei einen Sachschaden werden 200 Euro fällig und erhält zwei Monate Fahrverbot.

Die zunehmende Nutzung des Handys beim Fahren «beunruhigt» auch das Mobilitätsministerium, das wiederholt auf Sensibilisierungskampagnen setzt. Die nächste Sensibilisierungskampagne über «Bildschirme im Auto» startet am 25. November. Neben Prävention komme aber auch Repression hinzu. Wie bereits vor längerer Zeit angekündigt, wird ab 2022 einem Autofahrer, der sein Handy am Steuer nutzt, vier Punkte anstelle von zwei Punkten abgezogen.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

Deine Meinung