Klage – Handyrechnung falsch – Kunde zieht vor Gericht

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KlageHandyrechnung falsch – Kunde zieht vor Gericht

LUXEMBURG – Irgendetwas stimmte da nicht: Ein Kunde des Telefonanbieters Tango hat seine Rechnungen genau untersucht – und stieß auf große Unregelmäßigkeiten.

Vor allem beim Roaming schlug Tango offenbar zu.

Vor allem beim Roaming schlug Tango offenbar zu.

dpa

Michel Sermon ist Kunde bei Tango. Aber mit seinem Mobilfunkanbieter ist er nicht mehr zufrieden. Er hat gegen das Unternehmen sogar Anzeige erstattet. Ende der vergangenen Woche fand die Anhörung statt – und die Justiz hat ein Verfahren eröffnet. «Es geht um Fehler in den Rechnungen, wegen Roamingkosten und internationalen Telefonaten», erklärt Sermon.

Der Luxemburger hatte die Klage im Namen seiner Firma eingereicht. Der Unternehmer hatte die Statistiken seine Telefonate auf die Sekunde genau ausgerechnet. «In den Statistiken steht genau, welche Anrufe man getätigt hat, wohin und für wie lange. Ich habe das, was berechnet wurde mit der Realität verglichen – und Fehler gefunden», erklärt Sermon. «Wenn jemand anruft, sollten die die ersten 30 Sekunden pauschal berechnet werden, danach müsste jede Sekunde einzeln berechnet werden. Aber hier wurden ganze Minuten angerechnet».

Was, wenn dies bei jedem Kunden passiert?

Sermon geht es nicht ums Geld. «Ich hab für zwei meiner Rechnungen insgesamt 14 Euro zuviel gezahlt. Es sind kleine Summen, zu klein um damit vor Gericht zu ziehen», sagt er. «Also machen die Anbieter, was sie wollen. Aber wenn man das mit der Anzahl der Kunden multipliziert...»

Tango erklärt, nichts zu einer laufenden Untersuchung sagen zu wollen – und bedauert diesen «einzelnen Streitfall». Michel Sermon will niemanden direkt beschuldigen. «Vielleicht ist es kein Betrug, vielleicht rechnet einfach nur das Rechnungssystem falsch», betont er. Eine gerichtliche Entscheidung wird für den 17. November erwartet.

(Mathieu Vacon/L'essentiel)

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