Gewinnziel gekappt – Harter Preiskampf macht Ryanair zu schaffen

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Gewinnziel gekapptHarter Preiskampf macht Ryanair zu schaffen

Zum ersten Mal seit fünf Jahren erwartet der Billigflieger Ryanair einen Rückgang beim Gewinn. Die Airline will deshalb künftig mehr Service für Passagiere anbieten.

Der harte Wettbewerb in Europa durchkreuzt die Gewinnpläne des irischen Billigfliegers Ryanair.

Der harte Wettbewerb in Europa durchkreuzt die Gewinnpläne des irischen Billigfliegers Ryanair.

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Der irische Billigflieger Ryanair ist eine Fluggesellschaft der Superlative. Keine Airline ist in den vergangenen Jahren so schnell gewachsen wie die Iren, keine europäische Fluggesellschaft hat so viele pünktliche Flüge, keine hat so billige Preise wie Ryanair - zumindest wenn man nicht den offiziellen Statistiken glaubt, sondern Unternehmenschef Michael O'Leary. Doch die Airline ist auch bei ihren eigenen Kunden sehr umstritten.

So sehr, dass jetzt sogar Michael O'Leary einlenkt, der ewig wortgewaltige Rebell der Luftfahrtbranche. Der Vorstandschef hatte bei einer Fragen-und-Antworten-Session auf dem Internet-Dienst Twitter einen mit persönlichen Beleidigungen gewürzten und so wohl nicht ganz erwarteten Sturm der Entrüstung abbekommen. Die Kunden am Hauptmarkt Großbritannien wählten Ryanair zu einer der schlechtesten Marken. Gleichzeitig formierten sich die Piloten der Fluglinie erstmals zu einer Art Betriebsrat - was ein Novum in der Firmengeschichte bedeutet.

Künftig keine Extra-Gebühren für zweites Gepäckstück

Es könnte auch als Reaktion auf diese Entwicklungen verstanden werden, dass sich Ryanair nun den Normalos unter den Fluggesellschaften annähert: Ein Handtäschchen oder eine Plastiktüte kostet künftig als zweites Handgepäckstück nicht mehr extra, bald soll es sogar festgelegte Sitzplätze für jeden Passagier geben. Im Wettbewerb um die Gunst der Reisenden hat Ryanair nach eigenen Angaben die Ticketpreise gesenkt. Im Winterhalbjahr dürften diese um neun bis zehn Prozent geringer ausfallen als ein Jahr zuvor, schätzt O'Leary.

Die Iren folgen damit ihrem britischen Billig-Konkurrenten Easyjet, der dies bereits seit mehreren Monaten erfolgreich ausprobiert hat. Auch wer vergisst, seine Bordkarte am heimischen Computer auszudrucken, soll bei Ryanair künftig keine zusätzlichen Mondpreise mehr am Schalter bezahlen müssen.

Gewinneinbruch für März 2014 erwartet

Es ist aus Sicht von Experten ein konsequenter Schritt. Die Billiganbieter wie Ryanair haben in den vergangenen Jahren ihren Marktanteil am europäischen Luftverkehr auf 45 Prozent geschraubt. Viele Marktinnovationen kämen aus dem Low-Cost-Sektor, resümiert etwa die Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Nun kommt für Ryanair neben der strategischen Ausrichtung ein gewisser finanzieller Druck hinzu. Der Gewinn dürfte am Ende des Geschäftsjahres im März 2014 um 50 Millionen Euro niedriger als erwartet bei rund 520 Millionen Euro liegen, wie Ryanair am Montag bekanntgab. Um die Einbußen im reiseschwachen Winter zu begrenzen, will die Gesellschaft in den kommenden Monaten erneut bis zu 70 Flugzeuge am Boden lassen. Zugleich unterbricht das Unternehmen seinen aggressiven Expansionskurs. Nach 20 Jahren anhaltenden Wachstums dürften die Passagierzahlen in den kommenden zwölf Monaten stagnieren, kündigte der Billigflieger an.

Nach Auffassung von Kritikern hat es bisher mit dem zusätzlichen Service noch nicht so richtig geklappt. Und auch nicht mit den höheren Preisen. Ryanair hat Kunden verloren. Am Montag mussten die Iren ihre Prognose korrigieren, im Geschäftsjahr 2013/2014 auf mehr als 81,5 Millionen Kunden zu kommen. Im vergangenen Jahr waren 79,3 Millionen Menschen mit Ryanair geflogen.

(L'essentiel Online/dpa )

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