Sklaverei: Harvard stellt 100 Millionen Dollar für Wiedergutmachung von Sklaverei bereit
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SklavereiHarvard stellt 100 Millionen Dollar für Wiedergutmachung von Sklaverei bereit

Die renommierte US-Universität Harvard will einen Fonds mit 100 Millionen Dollar zur Wiedergutmachung ihrer Rolle bei der Sklaverei einrichten. Der Fonds solle dazu beitragen, die durch das Erbe des Sklavenhandels und des Rassismus verursachten Schäden zu mildern.

Die Statue des Gründers der Harvard University, John Harvard auf dem Campus.

Die Statue des Gründers der Harvard University, John Harvard auf dem Campus.

Wikicommons/Jessica Williams

In einem Bericht räumte die Universität eine Mitschuld an der Aufrechterhaltung der Sklaverei ein. «Harvard profitierte von Praktiken, die zutiefst unmoralisch waren, und hielt sie in gewisser Weise aufrecht», schrieb Universitätspräsident Lawrence Bacow in einem Brief an Studenten und Mitarbeiter. «Folglich glaube ich, dass wir eine moralische Verantwortung tragen, alles zu tun, um die anhaltenden zersetzenden Auswirkungen dieser historischen Praktiken auf Einzelpersonen, auf Harvard und auf unsere Gesellschaft zu bekämpfen.»

Harvard wurde 1636 in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts gegründet. Dem Bericht zufolge versklavten Harvard-Mitarbeiter, darunter vier Uni-Präsidenten, mehr als 70 Afroamerikaner und Ureinwohner, bis die Sklaverei 1783 in dem Bundesstaat verboten wurde. Der Bericht stellte auch fest, dass die Universität «von umfangreichen finanziellen Verbindungen zur Sklaverei profitierte», einschließlich Spenden von Sklavenhändlern.

Missbräuchliche ‹Forschungen› und Versklavung von Menschen

Von Mitte des 19. bis weit ins 20. Jahrhundert förderten Harvard-Präsidenten und prominente Professoren zudem die Rassenkunde und Eugenik. Sie «führten missbräuchliche ‹Forschungen› durch, einschließlich des Fotografierens von versklavten und unterworfenen Menschen».

Der hundertseitige Bericht enthält mehrere Empfehlungen für die Verwendung der Gelder, etwa die Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten für die Nachfahren von Sklaven, Gedenkstätten für versklavte Menschen und Forschung. Außerdem empfahlen die Autoren Partnerschaften mit afroamerikanischen Hochschulen.

(AFP)

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