Morde von Annecy – Hat ein neuer Zeuge den Killer gesehen?

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Morde von AnnecyHat ein neuer Zeuge den Killer gesehen?

ber ein Jahr nach dem Vierfachmord in den französischen Alpen meldet sich erstmals ein Waldarbeiter zu Wort. Der Mann behauptet, zwei Täter gesehen zu haben.

Vier Tote auf einem Parkplatz im Wald, alle in den Kopf geschossen, und zwei überlebende Mädchen - fast 14 Monate sind seit dem Vierfachmord von Annecy vergangen. Seither arbeiten französische und britische Ermittler an der Aufklärung des mysteriösen Mordfalls. Einen Täter haben sie noch nicht, aber viele Theorien.

Jetzt meldet sich erstmals ein neuer Zeuge in den Medien zu Wort. Der Mann gab gegenüber «BBC» an, am 5. September 2012 in der Nähe des Waldparkplatzes gearbeitet zu haben, als der aus dem Irak stammende Brite Saad al-Hilli, seine Ehefrau Ikbal, deren Mutter und ein französischer Velofahrer getötet wurden. Der Förster stellt mit seiner Aussage die bisherige Einzeltäter-Theorie auf den Kopf: Er behauptet, der Mord sei eine koordinierte Aktion gewesen.

Kahl und dunkelhäutig

Er wolle aus Angst vor den Killern anonym bleiben, sagt er. Mit einem Journalist des britischen Nachrichtensenders besucht er den Tatort. «Als ich mich diesen Punkt näherte, fuhr gerade ein Motorrad auf den Parkplatz. Es parkierte am linken Strassenrand. Ich kann mich gut erinnern. Es war weiss und schwarz, mit Gepäckträgern an jeder Seite. Der Fahrer war ganz schwarz gekleidet, er trug einen Helm mit geschlossenem Visier.»

Kurz darauf habe er ein britisches Auto gesehen. «Der Wagen fuhr recht schnell vorbei. Es war ein grau metallisierter BMW X5, mit Allradantrieb, in gutem Zustand.» Dessen sei sich der Zeuge sicher. «Der Fahrer sass auf der rechten Seite, wie in den englischen Autos.» Diesen habe er nicht genau gesehen, dennoch weiss er, dass er «etwas kahl war, dunkle Haut hatte und keine Brille trug.»

Komplize mit Kurzbart

Zehn Minuten später seien zwei Arbeitskollegen des Zeugen die gleiche Route gefahren, erzählt er weiter. Auch sie hätten das Motorrad gesehen, das jetzt aber auf einem Hügel stand, von dem aus man einen guten Blick über den Parkplatz hat. Die Zone ist jedoch für Fahrzeuge streng verboten. «Die Kollegen haben den Motorradfahrer darauf angesprochen und ihm befohlen, wieder hinunter zu fahren. Sie konnten sein Gesicht sehen, weil er seinen Helm hochgehoben hatte. Der Mann trug einen Kurzbart.»

Stimmen die Angaben des Zeugen, dürfte es sich um eine koordinierte Aktion gehandelt haben, in der der Motorradfahrer die Überwachungsrolle übernommen hatte. Der französische Staatsanwalt Eric Maillaud sagte, die Polizei kenne weder die Identität des Killers noch die des Komplizen. Man habe alle Fahrzeuge, die an jenem Tag die Strecke gefahren sind, ausfindig gemacht. Nur nicht den grauen BMW und das schwarz-weisse Motorrad.

(L'essentiel Online/kle)

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