Er vergewaltigte eine Seniorin – Hat Wiederholungstäter Maddie getötet?
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Er vergewaltigte eine SeniorinHat Wiederholungstäter Maddie getötet?

Der Tatverdächtige im Fall der verschwundenen Madeleine McCann war der Polizei bereits bekannt. Sein Strafregister enthält mehrere Delikte wegen sexuellem Missbrauchs und Vergewaltigung.

Vorstrafen wegen Sexualstraftaten, Vergewaltigung einer Seniorin, Diebstahl und Handel mit Drogen – all das enthält das Strafregister des Tatvedächtigen im Fall Maddie McCann. Der 43-jährige Deutsche sitzt zur Zeit wegen sexuellen Missbrauchs eine Haftstrafe ab.

Im Mai 2019 wurde er wegen der Vergewaltigung an einer 72-jährigen Amerikanerin verurteilt, wie die «Braunschweiger Zeitung» schreibt. Der Fall ereignete sich 2005 in Portugal. Der Täter lebte nur einen Kilometer vom Haus des Opfers entfernt. Eines Nachts verschaffte er sich Zugang zum Haus durch eine nicht abgeschlossene Türe. Die Frau wurde vom Eindringling überrumpelt, der sie an den Haaren mehrere Treppen hoch ins Schlafzimmer zerrte. Daraufhin fesselte er die hilflose Frau und verband ihr die Augen. Mehrmals schlug er mit einem Metall-Gegenstand auf die Rentnerin ein. Danach verging er sich an der 72-Jährigen. Den Ermittlern sagte sie: «Ich hatte das Gefühl, dass er es genossen hat, mich zu quälen.»

Doch damit nicht genug: Der Täter verlangte vom Opfer auch noch Geld. Dieses hatte jedoch nur noch 100 Euro bei sich, sodass der Täter das Geld nahm und zusätzlich einen Laptop mitgehen ließ.

Aufnahmen von gewalttätigen sexuellen Handlungen

Doch warum wurde er erst 2019 der Tat angeklagt, die sich vor 15 Jahren ereignete? Der Täter wurde zufälligerweise überführt, als 2006 zwei seiner Bekannten bei ihm eingebrochen waren und seine Videokamera gestohlen hatten. Die Einbrecher entdeckten dann die Aufnahmen, die den Deutschen bei einer Vergewaltigung mit einer älteren Frau zeigen. Das Oper trug eine geschwärzte Taucherbrille, welche die Einbrecher im Schlafzimmer gefunden hatten. Danach soll der Mann sich aufs Bett gesetzt und die Maske vom Gesicht gezogen haben, sodass der Kollege ihn erkannte.

Die Einbrecher hatten das Material selbständig der Polizei übergeben, was schlussendlich dazu führte, dass eine Verbindung mit der Tat in Portugal hergestellt werden konnte. Auf der Videokamera wurden noch weitere Vergewaltigungsvideos entdeckt. Eins zeigte eine Jugendliche, die nackt an einen Holzbalken gefesselt war. Vergeblich bat sie ihn mehrmals, sie zu befreien.

Sprach er in einem Chatroom über Maddie?

Obwohl das Opfer ihn nicht identifizieren konnte, wurde ein Haar am Tatort sichergestellt, das ihn schlussendlich überführte. Der Täter zeigte sich an der Verhandlung nicht einsichtig und behauptete, das Haar sei über eine Katze, die er zuvor gestreichelt hatte, in das Haus des Opfers gelangt. «Hätte ich sie begangen, hätte ich zehn Jahre verdient», sagte er gegenüber dem Gericht.

Die Zeugenaussagen sowie das Beweismaterial reichte für eine Verurteilung des 43-Jährigen. Auch weitere Hinweise lassen die Vermutung zu, dass es sich beim Täter um den mutmaßlichen Mörder von Maddie handeln könnte. Der Mann lebte nach Angaben der Polizei zwischen 1997 und 2007 in Portugal und fuhr einen Jaguar. Zudem soll er in einem Chatroom mit jemandem über das Verschwinden von Maddie gesprochen haben, wie es laut «Sun» heißt.

(L'essentiel/Bianca Lüthy)

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