Zürich – Hausdurchsuchung bei der Fifa

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ZürichHausdurchsuchung bei der Fifa

Erneut stellen Beamte der Schweizer Bundesanwaltschaft Dokumente und elektronische Daten sicher. Ein Strafverfahren gegen Präsident Infantino ist jedoch nicht anhängig.

Der Fifa-Hauptsitz in Zürich. (Archivbild)

Der Fifa-Hauptsitz in Zürich. (Archivbild)

Ennio Leanza

Am Donnerstagabend hat die Bundesanwaltschaft der Schweiz den Fifa-Hauptsitz durchsucht. Gegen den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino sei aber kein Strafverfahren anhängig, heißt es weiter.

Wie SRF Online berichtet, solle die Untersuchung die bisherigen Erkenntnisse im Strafverfahren bestätigen beziehungsweise ergänzen. «Konkret wurden Dokumente und elektronische Daten sichergestellt, die nun auf ihre Relevanz zum laufenden Verfahren geprüft werden.»

Die Untersuchungen würden sich nach wie vor nur gegen die von der Bundesanwaltschaft in früheren Stellungnahmen bekannt gegebenen Personen sowie gegen Unbekannt richten. Gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino sei kein Strafverfahren anhängig, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit.

Kein internes Verfahren gegen Infantino

Fifa-Präsident Gianni Infantino hat wegen angeblich gelöschter Tonaufnahmen kein internes Verfahren zu befürchten. «Gegen Herrn Infantino ist kein formelles Verfahren eröffnet worden», sagte Roman Geiser, der Sprecher der Fifa-Ethikkommission.

Geiser dementiert damit durch Medien verbreitete Meldungen. Die Zeitungen und Online-Portale hatten über eine drohende Sperre von 90 Tagen gegen Infantino wegen des Verdachts auf verschiedene Ethikvergehen berichtet.

Der Schweizer, Ende Februar zum Nachfolger des suspendierten Sepp Blatter zum Fifa-Präsidenten gewählt, sieht sich seit dem Kongress des Weltverbandes am 13. Mai in Mexico-City mit mehreren Vorwürfen konfrontiert, sein Amt nicht ordnungsgemäß auszuüben.

Gängige Praxis

Neben dem Vorwurf, das öffentlich gemachte Jahresgehalt von rund zwei Millionen Euro als ungenügend betrachtet zu haben, hat Infantino derzeit Anschuldigungen wegen angeblich vertuschten respektive gelöschten Aufzeichnungen von Gesprächen im Zusammenhang mit der Freistellung des einstigen Chefaufsehers Domenico Scala zu gewärtigen. Der als Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission installierte italienisch-schweizerische Doppelbürger war seiner Entmachtung mit dem Rücktritt Mitte Mai zuvorgekommen.

Die Fifa wies darauf hin, dass «nach gängiger Praxis alle offiziellen Versammlungen, aufgenommen und archiviert werden». «Das war auch bei der Versammlung in Mexiko der Fall.» Laut der Fifa bezog sich «der E-Mail-Verkehr auf eine Kopie der Original-Dateien der Sitzung, die fälschlicherweise auf einem lokalen Laufwerk gespeichert waren». Diese Datei bestehe und werde von der Fifa verwaltet.

(L'essentiel/nag)

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