Party und Politik – Heiße Jungs karren US-Frauen ins Wahllokal

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Party und PolitikHeiße Jungs karren US-Frauen ins Wahllokal

Das Magazin «Cosmopolitan» lockt Amerikanerinnen mit halbnackten Männern an die Parlamentswahlen. «Glamour» wirbt mit Lena Dunham für einen Sieg von Obamas Partei.

Ein Partybus steht am Dienstag vor den Toren der North Carolina State University in Raleigh. Organisiert vom Frauenmagazin Cosmopolitan, warten in dem Bus männliche Models mit allerlei Snacks und Geschenkartikeln auf Studentinnen, die in den Zwischenwahlen zum US-Kongress ihre Stimme abgeben wollen.

North Carolina State wurde von Cosmopolitan als Gewinnerin eines Wettbewerbs unter amerikanischen Universitäten ausgewählt. Der Partybus mit den oben ohne auftretenden Models soll den ganzen Tag lang zwischen Uni und Wahllokal hin- und herfahren. Eine Andeutung davon geben zwei rappende Models in diesem Cosmopolitan-Video:

Mit der #CosmoVotes-Kampagne verfolgt das Magazin das Ziel, möglichst viele junge Frauen zur Teilnahme an den Kongresswahlen zu bewegen.

Vom Sex zur Politik

Bisher war Cosmopolitan an US-Kiosken als glamouröses Frauenmagazin mit Schlagzeilen wie «Das Vorspiel, das Männer wollen» oder «Warum du eine eifersüchtige Zicke sein sollst» bekannt. Doch die seit zwei Jahren amtende Chefredaktorin Joanna Coles gab dem Magazin eine dezidiert politischere Note. Inzwischen hat «Cosmopolitan» über vorher gemiedene Themen wie Abtreibung oder Lohnfragen am Arbeitsplatz informiert.

«Ich habe kein Problem damit, dass Frauen sich für Mascara und den Mittleren Osten interessieren können», sagte Coles im Oktober in einem Radiointerview. «Uns bei ‹Cosmo› ist wirklich wichtig, dass sich mehr Frauen als Kandidatinnen aufstellen lassen.»

Nur Demokratinnen und Demokraten

Getreu dieser Devise unterstützt Cosmopolitan in North Carolina die Kandidatur der bisherigen Senatorin Kay Hagan. Die Demokratin wird vom republikanischen Parlamentsvorsitzenden Thom Tillis herausgefordert. Neben North Carolina hat sich das Magazin in neun anderen Gliedstaaten hinter Kandidatinnen und Kandidaten gestellt.

In allen zehn Fällen wählte Cosmo Mitglieder der demokratischen Partei. Republikaner kommen in aller Regel nicht in Frage, weil sie vor allem im Schlüsselthema der Abtreibung eine weniger liberale Haltung vertreten. Daneben setzt sich das Magazin für eine bessere Gesundheitsversorgung ein, für Empfängnisverhütung, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und für verschärfte Waffengesetze.

«Glamour» setzt auf Lena Dunham

Die Liste der Themen entspricht jenen, welche die US-Demokraten in dieser Wahlsaison ins Spiel zu bringen versucht haben. In den letzten Monaten hat die politische Strategie, den Republikanern einen «Krieg gegen die Frauen» vorzuwerfen, jedoch viel von ihrer früheren Schlagkraft verloren. Themen wie die Aussenpolitik oder die fragliche Kompetenz der Regierung von Barack Obama stehen im Vordergrund und sorgen dafür, dass republikanische Kandidaten wachsenden Zuspruch finden.

Die bedrängten Demokraten wollen nun das Steuer herumreissen, indem sie ihre Kernwählerschaft – Schwarze, Minderheiten, junge Frauen – zur Stimmabgabe drängen. Neben Cosmopolitan hilft ihnen bei den Frauen Glamour. Das zweite Frauenmagazin koordiniert zusammen mit der Abtreibungsorganisation Planned Parenthood eine Kampagne mit Lena Dunham an der Spitze. Die Autorin und Hauptdarstellerin der erfolgreichen TV-Serie «Girls» hat zu diesem Zweck ein Video gedreht, in welchem sie junge Frauen darüber sprechen lässt, was ihnen wichtig ist:

Links:
Cosmopolitan
Twitter-Kampagne
NPR
MSNBC

(L'essentiel/sut)

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