Beim Barcelona-Spiel: «Held mit Handschuhen» – Ledesma wird für Defibrillator-Einsatz gefeiert

Publiziert

Beim Barcelona-Spiel«Held mit Handschuhen» – Ledesma wird für Defibrillator-Einsatz gefeiert

Kurz vor Ende muss die La-Liga-Partie zwischen Cádiz und Barcelona wegen eines medizinischen Notfalls auf der Tribüne unterbrochen werden. Cádiz-Torhüter Ledesma eilt sofort zu Hilfe.

Cadiz-Goalie Ledesma rennt mit einem Defibrillator übers Feld.

Cadiz-Goalie Ledesma rennt mit einem Defibrillator übers Feld.

AFP

2:0 führt der FC Barcelona im Auswärtsspiel gegen Cádiz, als die Partie acht Minuten vor Ende plötzlich vom Schiedsrichter unterbrochen wird. Der Grund: Auf der Tribüne hat ein Fan ein medizinisches Problem, sofort eilen Ärzte herbei. Dann kommt es zu emotionalen Szenen auf dem Feld. Spieler schauen sichtlich geschockt in Richtung Tribüne – einige fangen an zu beten. Dann rennt plötzlich Cádiz-Goalie Jeremias Ledesma übers Feld, holt einen Defibrillator bei der gegnerischen Ersatzbank und sprintet damit in Richtung Tribüne, um diesen den Helfern zu bringen.

«Der Fan hat wieder Puls und wurde in einem Krankenwagen weggebracht», verkündete Cádiz-Präsident Manuel Vizcaino schließlich über ein Mikrofon. «Es ging hin und her, aber am Ende konnte er stabilisiert werden.» Das Spiel wurde nach fast einstündiger Unterbrechung fortgesetzt. Barcelona siegte dank Toren von de Jong, Lewandowski, Fati und Dembélé am Ende klar mit 4:0. Das Resultat war nach dem Spiel aber eher Nebensache. «Heute Nacht ging es um mehr als Fußball», postete Weltfußballer und Barcelona-Stürmer Robert Lewandowski nach dem Spiel.

«Schämt euch»: Barcelona-Torhüter wütet gegen Sportsender Dazn

Cádiz-Torhüter Jeremias Ledesma wird derweil von der Fußballwelt für seinen Einsatz gefeiert. «Nicht alle Helden tragen einen Umhang – es gibt auch solche mit Handschuhen», lautet beispielsweise eine Rückmeldung in den sozialen Medien. Bitter allerdings für Ledesma: Beim letzten Gegentor von Ousmane Dembélé sieht der Torhüter unglücklich aus. Während es von den Anhängern dazu keinerlei Kritik gab, schrieb der Pay-TV-Sender Dazn, der das Spiel live übertrug, auf Twitter: «Wenn dein bester Freund bei den Gegnern im Tor steht.»

Das wiederum sorgte für Entsetzen bei den Akteuren auf dem Feld. Marc-André ter Stegen, Torhüter von Barcelona, nahm seinen Gegenspieler nach dem Spiel in Schutz und wütete gegen den Sender. «Unpassend und respektlos. Zum wiederholten Male! Schämt Euch», so der Deutsche.

Der Streamingdienst bezeichnete seinen Tweet dann selbst als «unangebracht» und informierte auch über die Löschung. «Wir hatten nur die Tore gesehen und gepostet und waren uns leider nicht bewusst, welche ernsten Umstände das Spiel begleiten», und weiter: «Wir wünschen der betroffenen Person gute Besserung.»

(law/wed)

Deine Meinung

0 Kommentare