«Blue Monday» – Heute ist der tristeste Tag des Jahres
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«Blue Monday»Heute ist der tristeste Tag des Jahres

LUXEMBURG – Der dritte Montag des Jahres gilt als deprimierendster Tag des Jahres. Eine Psychologin hat uns verraten, was es damit auf sich hat.

Der dritte Montag gilt deprimierendster Tag des Jahres.

Der dritte Montag gilt deprimierendster Tag des Jahres.

Der «Blue Monday» entsprang 2005 zweier Ideen: einer pseudowissenschaftlichen Berechnung des Psychologen Cliff Arnall von der Universität Cardiff und der Strategie von Marketingexperten, die den grauen Winter nutzen wollten, um Menschen dazu zu bringen, Flugtickets zu bestellen, um dem Alltag entfliehen zu können. Seither gilt der dritte Montag des Jahres als deprimierendster Tag des Jahres. In diesem Jahr fällt er auf den 17. Januar.

L'essentiel wollte daher herausfinden, ob der heutige Tag uns tatsächlich emotional und mental belastet, oder nicht. Dafür holten wir uns Rat bei Psychologin und Psychotherapeutin Catherine Richard aus Bereldingen – und tatsächlich bejahte sie das Phänomen. Ihre Erklärung ist einfach: «Zwischen Ende Dezember und Mitte Januar befinden sich viele Menschen in einer Phase der Bilanzierung und des Planens. Man nimmt sich Vorsätze, will Veränderungen anstoßen und jede Zeit der Veränderung, ob positiv oder negativ, ist eine kritische Zeit, in der man seine Komfortzone verlässt.»

Der Psyche etwas Gutes tun

Catherine Richard praktiziert seit 2013 und kann bestätigen, dass während der Winterzeit mehr Menschen einen Psychologen aufsuchen. Dass gerade der Januar wie ein nicht endender Tunnel wirkt, ist kaum verwunderlich. Neben den oben genannten Faktoren, kommen noch weitere hinzu: Licht- und daraus folgender Vitamin-D-Mangel, die vergangene Weihnachtszeit und die nicht enden wollende Pandemie. «Es ist logisch, dass der Blue Monday in dieser Zeit seinen Platz findet», erklärt die Fachfrau. Selbst wenn sich auch an diesem Konzept wieder die Geister scheiden, sieht die Therapeutin darin eher eine gute Möglichkeit, die psychische Gesundheit in den Vordergrund zu rücken und seiner Psyche etwas Gutes zu tun.

Besonders Ablenkung sei hierfür wichtig: Sich mit Freunden treffen, im Wald spazieren gehen, Sport treiben, Musik hören... «Es ist eine sehr individuelle Angelegenheit, aber jeder hat die Ressourcen in sich, um seine Batterien wieder aufzuladen. Denken löst Emotionen aus, daher soll man sich beschäftigen, auf andere Gedanken kommen und sich kleine Ziele im Alltag setzen.» Ein Ratschlag, der nicht nur am 17. Januar berücksichtigt werden sollte, sondern immer dann, wenn die Dunkelheit wieder versucht, sich einzuschleichen.

(nc/L'essentiel)

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