Sozialer Bereich – Hier boomt der Jobmarkt

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Sozialer BereichHier boomt der Jobmarkt

LUXEMBURG – Der soziale Sektor erlebt seit Jahren einen Job-Boom. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Anzahl der Beschäftigten gar verdoppelt.

Auch in den Kindertagesstätten des Landes entstehen derzeit viele Jobs.

Auch in den Kindertagesstätten des Landes entstehen derzeit viele Jobs.

DPA

Wer derzeit einen Job als Altenpfleger oder Erzieher sucht, dürfte nicht allzu große Schwierigkeiten haben, fündig zu werden. Denn im sozialen Bereich und der Wohlfahrt werden seit Jahren enorm viele Stellen geschaffen, wie das Statistikamt Statec in einer nun veröffentlichten Studie herausfand. Allein zwischen 2000 und 2010 verdoppelte sich die Zahl der Angestellten und lag zuletzt bei 25'000 Personen, davon sind 70 Prozent Frauen. Jede zweite Stelle wurde innerhalb eines Vereins neu geschaffen. Drei Viertel der Beschäftigten arbeiten im sozialen Bereich, beispielsweise in Seniorenheimen.

Der Job-Boom ist auch Robert Urbé, Präsident der «Union luxembourgeoise de l’économie sociale et solidaire» und Pressesprecher der Caritas, nicht entgangen. Die Nachfrage nach sozialen Angeboten sei gestiegen, die Gründe vielfältig: «Es sind heute viel mehr Menschen arbeitslos als noch vor zwölf Jahren. Die Gesellschaft altert schneller und es werden mehr Plätze zur Kinderbetreuung benötigt. Und dann befinden sich auch aufgrund der Wirtschaftskrise mehr Menschen in einer Notsituation, woher die jüngste Gründung der Tafeln rührt.»

Pflegeversicherung schafft Arbeitsplätze

Die Vereinigung Copas, deren 50 Mitglieder Einrichtungen wie Seniorenheime und Pflegestationen betreiben, dürfte vom Job-Boom nicht überrascht sein. «Seit der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1999 ist die Zahl der Beschäftigten im Sektor stetig gestiegen», erklärt Pressesprecherin Monique Putz. Kein Wunder, gilt es doch, sich heute um mehr als 12'800 Pflegebedürftige zu kümmern, während es 2000 noch 5'800 waren.

2012 arbeiteten 11'100 Personen im Hilfs- und Pflegebereich, 2'100 mehr als noch vier Jahre zuvor. Der Personalmangel ist hoch. Die Copas geht inzwischen sogar an Lyzeen, um Jugendliche auf Berufe in Altersheimen, Pflegestationen, Einrichtungen für Behinderte und psychisch Kranke aufmerksam zu machen.

(ks/L'essentiel)

Insgesamt sind 7 Prozent aller in Luxemburg tätigen Menschen im sozialen und solidarischen Bereich tätig, womit das Großherzogtum im Vergleich zu seinen Nachbarländern im Mittelfeld liegt (Belgien: 10 Prozent, Frankreich: 9 Prozent, Deutschland: 6 Prozent).

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