Neue Details – Hier boxt der Attentäter von Kopenhagen

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Neue DetailsHier boxt der Attentäter von Kopenhagen

Dänische Medien haben den Attentäter von Kopenhagen identifiziert. Er war ein Krimineller – und talentierter Thaiboxer.

Der mutmaßliche Attentäter von Kopenhagen hatte sich vor seinem Terrorakt als Krimineller und als Thaiboxer einen Namen gemacht, bevor er am vergangenen Samstag zwei Menschen ermordete und fünf verletzte. Am Sonntagmorgen wurde er von der Polizei erschossen.

Omar Abdel Hamid El-Hussein war erst vor zwei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden. Dort hatte er eine Strafe dafür abgesessen, dass er im November 2013 einen 19-Jährigen mit einem Messerangriff schwer verletzt hatte. Im Januar wurde er vorzeitig auf freien Fuß gesetzt.

Als Omar «Captain» Hussein im Ring

Doch zuvor stand El-Hussein am Anfang einer viel versprechenden Thaiboxer-Karriere, wie die dänische «Ekstra Bladet» herausfand. Die Zeitung sprach mit ehemaligen Kampfpartnern des 22-Jährigen, die ihm Talent nachsagten. Omar «Captain» Hussein soll hart im Nehmen gewesen sein, keiner, der schnell aufgab, sagte eine Quelle, die anonym bleiben wollte.

Dieser Ansicht ist auch der Thaiboxer Peter Jepsen. «Ich erschrak zutiefst, als ich seinen Namen und sein Bild nach den Attentaten in den Medien sah», sagte der 36-Jährige zum «Ekstra Bladet». Der Gedanke, dass er gegen ihn gekämpft hat, fühle sich seltsam an. Er habe gewusst, dass sein Gegner in Bandenkriminalität verwickelt war, so Jepsen weiter. «Ich dachte, dass er mit dem Sport von der Kriminalität wegkommen will.»

Extremistische Aussagen im Gefängnis

El-Hussein kam als Sohn von Palästinensern in Dänemark auf die Welt. Palästina habe er als seine zweite Heimat betrachtet, schreibt die dänische «Politiken». Die Zeitung beruft sich auf Aussagen von Mitschülern El-Husseins an einer Erwachsenenbildungsschule, die er besucht hatte. Er habe normal gewirkt, sagten die Bekannten einhellig. Nichts habe auf seine späteren Taten hingewiesen.

Zurzeit wird in Dänemark diskutiert, warum die Behörden El-Hussein frühzeitig aus dem Gefängnis entließen – obwohl er laut offiziellen Angaben in seiner Haft extremistische Aussagen gemacht habe. Kontakte zu islamistischen Kreisen sind bisher allerdings nicht bekannt.

El-Hussein hatte am Samstag und in der Nacht zum Sonntag mutmaßlich zwei Menschen erschossen und fünf verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um einen Filmregisseur, der an einer Konferenz zur Meinungsfreiheit teilgenommen hatte, und um einen 37 Jahre alten jüdischen Wachmann einer Synagoge. Am Sonntagmorgen wurde der Angreifer bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet.

(L'essentiel/kmo)

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