Finanzmärkte: Historischer Tiefstand – der Euro fällt erstmals unter 0,9809 US-Dollar

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FinanzmärkteHistorischer Tiefstand – der Euro fällt erstmals unter 0,9809 US-Dollar

Der Euro steht an den Finanzmärkten weiter unter Druck. In der Nacht auf Donnerstag fiel die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit etwa 20 Jahren.

Überschattet den Euro: Ein Dollar kostet wieder mehr als einen Euro.

Überschattet den Euro: Ein Dollar kostet wieder mehr als einen Euro.

dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch etwas höher auf 0,9906 Dollar festgesetzt. Belastet wird der Euro, wie auch viele andere Währungen, durch den starken Dollar. Die US-Währung profitiert zum einen von der straffen Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die ihren Leitzins am Mittwochabend zum dritten Mal in Folge kräftig um 0,75 Prozentpunkte anhob. Hintergrund ist die sehr hohe Inflation. Zum anderen ist der Dollar wegen der zunehmend trüben geopolitischen Lage gefragt.

Unter Druck stand am Morgen auch der japanische Yen. Die Notenbank der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt hält an ihrer lockeren Linie fest, wie die Bank of Japan mitteilte. Zwar liegt die Inflation in Japan deutlich niedriger als in anderen Ländern. Sie steigt aber und ist zumindest für japanische Verhältnisse relativ hoch. Die Notenbank macht dennoch keine Anstalten, ihre extrem lockere Geldpolitik etwas zu straffen, was den Yen seit Monaten stark belastet.

Der Dollar als wichtigste Reservewährung legte zu, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin eine Teilmobilmachung wegen des Ukraine-Kriegs ausgerufen hatte. Zugleich kündigte Putin an, «Referenden» in den besetzten Gebieten der Ukraine über einen Beitritt zu Russland zu unterstützen. Die ohnehin schlechten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen dürften sich infolgedessen weiter eintrüben.

Der Euro auf dem niedrigsten Stand seit der Einführung 2002.

Der Euro auf dem niedrigsten Stand seit der Einführung 2002.

(dpa )

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