Neonazis – Hitler-Verehrung auf dem Vormarsch

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NeonazisHitler-Verehrung auf dem Vormarsch

Hakenkreuz und SS-Symbolik: Hitlers Rassenideologie findet immer mehr Anhänger in Russland. Und das obwohl er einst das russische Volk auslöschen wollte.

Es klingt absurd: 70 Jahre nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion - am 22. Juni 1941 - verehren Zehntausende in Russland den Kriegstreiber Adolf Hitler. Rassisten und Neonazis machen sich die krude Ideologie des Diktators zu eigen.

Dabei ließ Hitler Millionen Slawen als «Untermenschen» versklaven und ermorden. Der «Führer» wollte im Osten deutschen «Lebensraum» schaffen und dafür die «jüdisch-bolschewistische» Bevölkerung der damaligen Sowjetunion vernichten. Nun wird er von einigen in dem Riesenreich für seinen Rassenhass verehrt.

Menschenrechtler werfen fehlende Alternativen für Jugendliche vor

Die Opfer der russischen Rechtsradikalen sind meist Gastarbeiter aus Zentralasien und dem Kaukausus sowie Studenten aus Schwarzafrika. Viele Überfälle enden tödlich. Erst vor kurzem verurteilte ein Gericht in St. Petersburg eine Gruppe Neonazis wegen rassistischer Morde an mindestens sieben Menschen.

Schuld sei auch die Regierung von Ministerpräsident Wladimir Putin, die den Jugendlichen keine Alternativen biete, sagt Alexander Brod vom Moskauer Büro für Menschenrechte. Beobachter werfen der Führung sogar vor, rechtsextreme Gruppen zu tolerieren. Die Polizei schaue bei Straftaten oft weg. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Sowa mindestens 37 Menschen wegen ihrer Hautfarbe umgebracht und 375 verletzt.

«Heil Hitler» in Internetvideos

Die Rassisten brüsten sich in Internetvideos mit ihren grausamen Taten - und bekennen sich offen zu Hitler. Dabei zeigen sie Hakenkreuze und heben den Arm zum Hitlergruß, was in Russland anders als in Deutschland nicht verboten ist. Auf Fahnen und T-Shirts tauchen immer wieder die SS-Runen oder die Zahl 88 auf - die steht für den achten Buchstaben im Alphabet: «Heil Hitler».

Die Ideologie des damaligen Feindes breitet sich weiter in Russland aus. Hinzu kommt: Bei Aufmärschen rechtsextremer Gruppen schaut die Staatsmacht meist nur zu. Proteste von Kremlkritikern werden hingegen niedergeknüppelt. Bei einer nicht genehmigten Kundgebung von Schwulen und Lesben in Moskau prügelte kürzlich nicht nur die Polizei auf die Demonstranten ein. Auch Rechtsextremisten machten Jagd auf die Teilnehmer des «Gay Pride».

Eine TV-Reportage über russische Neonazis:

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