Quarantänehotel – Hongkong meldet zwei B.1.1.529-Fälle

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QuarantänehotelHongkong meldet zwei B.1.1.529-Fälle

Aus Südafrika werden Fälle einer neuen Corona-Variante gemeldet, die wegen ungewöhnlich vieler Mutationen für Beunruhigung sorgt. Jetzt werden neue Fälle in Asien bekannt.

Die Hongkonger Regierung verkündete am Donnerstag, dass zwei Fälle der neuen, in Südafrika aufgetretenen Corona-Variante entdeckt worden seien, wie die «New York Times» berichten. Entdeckt wurde die Virusvariante bei einem Mann, der diesen Monat aus Südafrika nach Hongkong zurückgekehrt war und sich darum in einem Quarantänehotel befand.

Hongkong verfolgt, ähnlich wie das chinesische Festland und Taiwan, eine Zero-Covid-Strategie und geht darum besonders entschieden gegen die Verbreitung des Coronavirus vor. In den letzten sechs Monaten wurden gerade einmal zwei Übertragungen innerhalb des Landes registriert.

Unklar, wie es zur Ansteckung kam

Einreisekontrollen, Quarantänen von einer bis zwei Wochen nach der Rückkehr sowie mehrere Tests nach der Ankunft sind Vorkehrungen, welche laut Spiegel Online für alle Hongkong-Reisenden gelten.

Die beiden Fälle der neuartigen Variante sind darum besonders aufsehenerregend. Der Virus wurde zunächst beim Südafrika-Rückkehrer im Zimmer 5112 des Regal Airport Hotels in Hongkong festgestellt. Im gegenüberliegenden Zimmer 5111 war zuvor bereits ein Gast aus Kanada untergebracht worden.

Obwohl beide Männer doppelt geimpft sind, testete man etwa fünf Tage nach dem Südafrikaner auch den Kanadier positiv. Vermutlich kam es zu einer Ansteckung im Hotel, doch wie das passierten konnte, ist noch unklar.

Hotels als Quarantäneeinrichtungen umstritten

Vermutlich geht die Übertragung auch auf die Verwendung einer Ventil-Maske durch den Südafrikaner zurück, welche die Atemluft nur beim Einatmen filtert, ausgeatmete Luft jedoch unverändert ausstößt. Auch eine Übertragung über die Hotellüftung wird diskutiert – dann wären weitere Ansteckungen sehr wahrscheinlich. Die beiden Corona-Fälle befeuern nun die Diskussion, inwiefern reguläre Hotelzimmer für die Corona-Bekämpfung mittels Quarantäne geeignet sind.

Die neue Virusvariante aus Südafrika – bisher trägt sie die Bezeichnung B.1.1.529 – weist insgesamt 32 Mutationen auf dem Spike-Protein auf. Dies ist eine sehr viel höhere Anzahl als bei der aktuell am häufigsten auftretenden Delta-Variante. Ob sich die neue Variante durchsetzen wird, ist noch unklar. Entscheidend ist, ob sie ansteckender ist als Delta. Sollte dies der Fall sein, könnte B.1.1.529 die Delta-Variante verdrängen, genauso wie Delta bereits die Alpha-Variante verdrängt hat.

«Es ist möglich, dass manche Mutationen dieser Variante die Wirkung von Impfungen verringern könnten, aber das steht noch nicht fest», sagt Leo Poon, Leiter der Laborabteilung an der Universität Hongkong.

(L'essentiel/Reto Bollmann)

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