«Fahrlässigkeit» – Hotelgäste von Rhodos schlagen zurück

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«Fahrlässigkeit»Hotelgäste von Rhodos schlagen zurück

LUXEMBURG/TOULOUSE - Die «Virus-Urlauber» von Rhodos haben sich zusammengeschlossen und werfen dem Reiseveranstalter Fahrlässigkeit vor.

Das Hotel hat sich zu einem Albtraum für Reisende entwickelt.

Das Hotel hat sich zu einem Albtraum für Reisende entwickelt.

DR

Olga, Toni und ihre sechs und acht Jahre alten Kinder erlebten im Urlaubshotel «Lindos Imperial Resort and Spa» auf der griechichen Insel Rhodos einen Albtraum. Die luxemburgische Famile stolperte mitten hinein in eine ausbrechende Virus-Infektion, die im Hotel die Runde machte. Nun wird dem französischen Reiseveranstalter Fram Fahrlässigkeit vorgeworfen.

«Mindestens die Hälfte der Hotelbesucher, also 400 Personen, wurden durch eine Art Epidemie von aggressiver und schnell übertragbarer Gastroenteritis heimgesucht» sagt Jean-Pierre Lacaux, einer der Hotelgäste, der sich in seiner Funktion als Dozent an der Universität von Toulouse mit der Übertragung von Krankheiten auskennt. Es handelt sich dabei um ein Magen-Darm-Virus. Laut Lacaux habe sich eine Gruppe von 150 Familien zusammengeschlossen, die in der vergangenen Woche in dem Hotel waren.

Keine ernsthafte Erkrankung

Einige von ihnen wollen nun eine Klage gegen Fram einreichen und werfen dem Unternehmen vor, «nachlässig gehandelt zu haben». Fram entgegnet, dass fünf weitere Hotels auf der Insel von der Epidemie betroffen gewesen seien. Mehrere Reiseveranstalter seien besorgt. «Es gab keine schwere Erkrankung oder einem Krankenhausaufenthalt unter unseren Gästen. Und in dieser Woche wurden keine neuen Fälle verzeichnet», versichert ein Sprecher. Nach Angaben des Reiseveranstalters wurden im Lindos Imperial erste Analysen an vier Wasserstellen durchgeführt, in der Küche, im Schwimmbad und im Lagerraum für Gemüse. Die Ergebnisse aus einem Athener Labor seien negativ gewesen.

Jeder Kunde des Reiseunternehmers, der zum Zeitpunkt der Epidemie im Hotel gewesen ist, solle als Entschädigung einen Scheck über 150 Euro bekommen. Olga und Toni sind mit ihren Kindern frühzeitig abgereist. Der Urlaub kostete sie 5600 Euro, die plötzliche Abreise weitere 1600 Euro.

(L'essentiel)

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